Milliardeninvestition
Deutschland fehlen 3 500 Kilometer Stromnetz

Deutschland muss investieren – in Hochspannungsleitungen. Nach Berechnungen der Deutschen Energie-Agentur fehlen im Stromnetz Leitungen von 3 500 Kilometern Länge. Grund ist der schnelle Ausbau erneuerbarer Energien. Kostenpunkt: sechs Mrd. Euro.
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HB BERLIN. Deutschland steht vor enormen Investitionen in die Energieinfrastruktur. Nach Berechnungen der Deutschen Energie-Agentur (Dena) fehlen allein im Stromnetz Hochspannungsleitungen in einer Länge von 3 500 Kilometern. Um die Lücken bis 2020 zu schließen, sind Investitionen von etwa sechs Mrd. Euro erforderlich. Die Zahlen entstammen der zweiten Dena-Netzstudie, deren Ergebnisse dem Handelsblatt vorliegen. Die Studie soll erst im November vorgestellt werden, die Kernaussagen stehen aber bereits fest.

Die erste Netzstudie der Dena war 2005 noch zu dem Ergebnis gekommen, dass nur 850 Kilometer Leitungen fehlen. Aufgrund des schnellen Ausbaus der erneuerbaren Energien ist dieser Wert nach den aktuellen Berechnungen jedoch überholt, so dass weitere 3 500 Kilometer gebaut werden müssen. Die Zahlen der Agentur, die zur einen Hälfte dem Bund und zur anderen Hälfte der Kredit- und Versicherungswirtschaft gehört, belegen, dass beim Thema Netzausbau die Schere zwischen Anspruch und Wirklichkeit immer weiter auseinanderklafft. Von den 850 Kilometern aus der ersten Netzstudie sind wegen der großen Umsetzungsprobleme beim Netzausbau bislang weniger als 100 Kilometer realisiert worden. Insgesamt umfasst das deutsche Übertragungsnetz Hochspannungsleitungen mit einer Länge von rund 22 000 Kilometern.

Die Dena-Netzstudien gelten als die Blaupause für den Netzausbau. Auftraggeber der zweiten Dena-Netzstudie sind das Bundesumwelt- und das Bundeswirtschaftsministerium, die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber sowie Verbände und Einzelakteure der Energiebranche.

Kommentare zu " Milliardeninvestition: Deutschland fehlen 3 500 Kilometer Stromnetz"

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  • Ja, Gewinne des Stromkartells dienen eben nicht nur der Ausschüttung an die Eigner sondern auch dem notwendigen Ausbau des Netzes.
    Letztes ist in der Zeit des schnellen Geldes natürlich ärgerlich. Aber schlussendlich wird der Steuerzahler bluten, un den Strom ein erneutes Mal bezahlen, um die Gewinne der Aktionäre nicht zu beeinträchtigen.

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