Mindestlohn
Bsirske fordert zehn Euro Mindestlohn

Der Mindestlohn hat dem Arbeitsmarkt bisher nicht geschadet. Verdi-Chef Frank Bsirske fordert nun eine Anhebung und besser Überwachung des Mindestlohns. Damit sollen Fehler der Agenda 2010 rückgängig gemacht werden.
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BerlinVerdi-Chef Frank Bsirske fordert eine schnelle Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf zehn Euro. „Das Gesetz ermöglicht leider eine Anhebung erst für das Jahr 2017“, sagte Bsirske der „Passauer Neuen Presse“ vom Donnerstag. Dann müsse der Mindestlohn aber rasch in Richtung zehn Euro steigen. „Der Mindestlohn ist ein Erfolg“, betonte der Gewerkschaftschef. „Er hat auf dem Arbeitsmarkt nicht zu negativen Konsequenzen geführt.“

Bsirske schloss aus, die Unternehmen bei den Dokumentationspflichten zu entlasten. „Man kann einen Mindest-Stundenlohn nur auszahlen, wenn man die Arbeitszeiten dokumentiert.“ Arbeitsbeginn und -ende müssten erfasst werden. „Das ist auch mit Computer oder Smartphone möglich, es reicht sogar ein einfaches Blatt Papier.“

Da manche Unternehmen versuchten, ihre Beschäftigten mittels Anrechnung von Zuschlägen oder Gutscheinen statt Geld um den Mindestlohn zu prellen, sei es zudem „wichtig, das Personal bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit für die Überwachung des Mindestlohns schnell aufzustocken“, fügte Bsirske hinzu.

Mit Blick auf den Tag der Arbeit am Freitag zog er aus Gewerkschaftssicht eine positive Bilanz. Mit dem Mindestlohn und der Rente mit 63 nach 45 Beitragsjahren seien „erste Schritte zur Rückabwicklung der falschen Politik der Agenda 2010 erreicht worden“, sagte Bsirske. Erfolge seien für die Gewerkschaften aber kein Selbstläufer. „Wir werden weiter kämpfen müssen“, sagte er mit Blick auf die harten Tarifauseinandersetzungen bei Post und Erziehern.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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