Mindestlohn-Debatte
Bundesbank-Chef und Wirtschaftsforscher üben Kritik

Der Mindestlohn ist kein Mittel gegen Armut. Dieser Meinung ist zumindest das Berliner DIW. Auch Bundesbank-Chef Weidmann übt Kritik – er befürchtet, dass der Zugang zum Arbeitsmarkt schwieriger wird.
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BerlinBundesbank-Chef Jens Weidmann hat sich mit Blick auf die in den nächsten Wochen anstehenden Koalitionsverhandlungen gegen die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland ausgesprochen. „Er verschlechtert die Beschäftigungschancen von Geringqualifizierten und Langzeitarbeitslosen und erschwert denjenigen den Zugang zum Arbeitsmarkt, die noch nicht über ausgeprägte berufsspezifische Fertigkeiten verfügen“, sagte Weidmann am Mittwoch laut Redetext in Düsseldorf.

Beide für die bei der Bundestagswahl am Sonntag siegreiche CDU/CSU infrage kommenden potenziellen Koalitionspartner, SPD und Grünen, hatten mit der Forderung nach einem Mindestlohn Wahlkampf gemacht. Die Union will Lohnuntergrenzen. Der nicht im neuen Bundestag vertretene frühere Regierungspartner der Union, die FDP, war stets gegen einen Mindestlohn zu Felde gezogen.

Weidmann sagte, er fürchte negative Effekte auf dem Arbeitsmarkt, sollte eine künftige Koalitionsregierung auf einen Mindestlohn setzen. „Es besteht das Risiko, dass Unternehmen in Aufschwungsphasen weniger neue Arbeitskräfte einstellen. Und das trifft besonders die Gruppen am Arbeitsmarkt, denen der Mindestlohn eigentlich helfen sollte“, sagte der frühere wirtschaftspolitische Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Erfolgversprechender als ein Mindestlohn sei aus seiner Sicht ein möglichst flexibler Arbeitsmarkt mit Anreizen für Unternehmen, Arbeitskräfte einzustellen, und für Arbeitslose eine Arbeit anzunehme

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  • Dann fallen diese Arbeitsplätze eben weg !
    Das sind Arbeitsverhältnisse unterste Schublade !!!

    Es kann nicht sein, das man in D für irgendwas arbeiten geht. Dann sind diese "Unternehmen/Unternehmer" für unser Land nicht geeignet !

    Der SREUERZAHLER muss für diese fragwürdigen "Unternehmer" nicht haften, um die Insolvenz abzuwenden, oder Gewinne zu erwirtschaften !

  • Nein. Dieser Ansicht bin ich nicht. Man muss nur wissen, dass es Arbeitsplätze gibt, die aufgrund ihrer Produktivität keine z.B. 8,50 € hergeben. Diese werden dann wegfallen.

  • ".....dass der Zugang zum Arbeitsmarkt schwieriger wird."

    Ist das ein ZUGANG zum "Arbeitsmarkt" ? Armselig !!!

    Menschen verachtende Arbeitsbedingungen !
    "Arbeitnehmer", besser, Lohnsklaven 2. und 3. Klasse !

    In einem der reichsten Industrie-Länder, hat ein Zuschuss mit Steuergelder in ARBEIT nichts, aber auch gar nichts zu suchen !!!

    Entweder ist eine Arbeit dem Kunden es wert, oder nicht!

    Diese betroffenen "Arbeitnehmer" werden schändlich benutzt, um die kranke Gewinnmaximierung für wenige zu optimieren ! Krankes perverses Management !

    Wir, die Gesellschaft benötigen intelligentere Maßnahmen und eine neue Wirtschaftsform, die für das 21.Jahrhundert angemessen ist !

    Und nicht das perverse, kranke System, auf WACHSTUM ausgelegt !

    Wo sind die wirklich qualifizierten ELITEN !!!

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