Die SPD-Spitze hat unterdessen mit scharfer Kritik auf die Absage von Bundeskanzlerin Angela Merkel an einen Mindestlohn in der Zeitarbeitsbrache reagiert. Generalsekretär Hubertus Heil warf Merkel vor, sie habe den Kontakt zur Realität der Menschen in der Branche verloren. „Wer nicht erkennt, dass es für die hart arbeitenden Menschen in der Zeitarbeitsbranche einen Mindestlohn braucht, um sie vor Lohndumping zu schützen, hat von der Lebensrealität der Menschen keine Ahnung“, sagte Heil der Nachrichtenagentur Reuters.
Auch SPD-Vize und Finanzminister Peer Steinbrück rechnet mit weiterem Koalitionsstreit zu dem Thema: „Die SPD wird über die jetzige Lösung hinaus eine Position beziehen, der wahrscheinlich von der Union widersprochen wird“, sagte er der „Welt am Sonntag“.
Die Kanzlerin hatte am Freitag scharfe SPD-Kritik provoziert, als sie eine Aufnahme der Zeitarbeitsbranche in das Gesetz für Mindestlöhne ausschloss. SPD-Fraktionsvize Ludwig Stiegler hatte von einer schweren Belastung für die Koalition gesprochen und Merkel vorgeworfen, diese Vorfestlegung decke sich nicht mit dem Kabinettsbeschluss, für den sie stimmte. Sie sei offenbar ferngesteuert vom Wirtschaftsflügel der Union.


