Mindestlohn vernichte Jobs
Kombilöhne sollen Jobverlagerungen verhindern

Anstatt die Freibetragsgrenzen für ALG-II-Bezieher anzuheben sollte ein Kombilohnmodell eingeführt werden, fordert Arbeitsmarktexperte Scherl. So könnte auch die Verlagerung von Jobs ins Ausland verhindert werden.

HB BERLIN. Änderungen bei den Freibetragsgrenzen für Zuverdienste zum Arbeitslosengeld II (ALG II) sollten in eine «konsequente Kombilohn-Lösung» münden. Das fordert der Nürnberger Arbeitsmarktexperte Hermann Scherl von der Universität Erlangen-Nürnberg im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. «Dabei sollten niedrige Löhne deutscher Arbeitnehmer, die unter den Bedarfsätzen für das Arbeitslosengeld II liegen, durch staatliche Einkommenszuschüsse so aufgestockt werden, dass das Haushaltseinkommen deutlich das Niveau der Grundsicherung übersteigt», schlug Scherl vor.

Die von der Bundesregierung geplante Mindestlohnregelung bezeichnete Scherl hingegen als «beschäftigungsschädlich». Ein Kombilohnmodell sei eine bessere Alternative zur Lösung der aktuellen beschäftigungs- und sozialpolitischen Probleme.

Staatlich subventionierte Mindestlöhne böten Arbeitslosen oder vom Arbeitsplatz-Verlust bedrohten Beschäftigten eine bessere Perspektive als «Mindestlöhne für fehlende oder wegfallende Job», sagte Scherl.

Niedriglohnjobs könnten hingegen im Rahmen von Änderungen an den Arbeitsmarktreformen Hartz IV sozialverträglicher gestaltet werden. Mit deren Ausweitung ließen sich etliche Jobverlangerungen in Niedriglohnländer abwenden und auf längere Sicht Beschäftigungsmöglichkeiten für geringer qualifizierte Arbeitnehmer in Deutschland erschließen.

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