Mindestlohn
„Wir brauchen nicht mehr Staat in den Unternehmen“

Wolfgang Clement spricht sich klar gegen einen Mindestlohn aus: Der Staat kann nicht bessere Ergebnisse verordnen, als sie Arbeitgeber und Gewerkschaften aushandeln können, meint der Ex-Bundeswirtschaftsminister.
  • 13

DüsseldorfDer frühere Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement hat die Vorschläge für einen einheitlichen Mindestlohn scharf kritisiert und fordert in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt (Dienstag-Ausgabe) "Vorfahrt für die Tarifhoheit". "Wer über den Rand unserer stereotypen Debatten hinaus blickt, der kann erkennen, dass in den meisten Ländern mit gesetzlichen Lohn- und Mindestlohnregelungen eine besonders hohe Jugendarbeitslosigkeit grassiert. Deutschland steht auch in diesem Vergleich recht gut da. Alles Zufall?", fragt der FDP-Anhänger.

Hierzulande gebe es eine Gesprächs- und Tarifkultur zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, die international fast ohnegleichen sei. Was spräche dafür, sie jetzt durch den Gesetzgeber ablösen zu lassen, und sei es auch nur im Mindestlohnbereich? Es gelinge doch Schritt für Schritt, tarifliche Mindestlöhne in höchst unterschiedlicher Form und Höhe – von etwa 6,50 Euro für Ungelernte bis über 13 Euro für Baufacharbeiter – zu vereinbaren und bei Gefährdungen durch ausländische Dumpinglöhne für allgemein-verbindlich zu erklären.

"Je weiter wir hier von Branche zu Branche voran kommen, desto lauter werden die Rufe nach einem einzigen gesetzlichen, also für Alle und Jeden und jede Branche gleichen Mindestlohn. Das ist doch absurd!", kritisiert Clement. Deutschland brauche keineswegs „mehr Staat“ in den Unternehmen, weder in Gestalt von Quotenregelungen noch gar von gesetzlichen Lohnvorgaben.

Torsten Riecke leitet das Ressort Meinung & Analyse. Er befasst sich vor allem mit Wirtschafts- und Finanzthemen.
Torsten Riecke
Handelsblatt / International Correspondent

Kommentare zu " Mindestlohn: „Wir brauchen nicht mehr Staat in den Unternehmen“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Es begann unter Rotgrün, daß ein Lohnsektor geschaffen wurde auch für quallifizierte Arbeitnehmer der zum Leben nicht reicht. Als Ausgleich holt man sich den Rest zum Exsitenzminimum vom Amt. Argenda 2010
    Eine Verschiebung von Lohnkosten vom Arbeitgeber auf den Steuerzahler. Da aber der Teil Soziales des Bundehaushalts mittlerweile ca. 50% ausmacht, versucht die Regierung gegenzurudern.
    Gewinne privatisieren und die Kosten dem Steuerzahler aufs Auge drücken.
    Das ist Clement.
    Man braucht nicht lange herumzuschnüffeln, jeder weiß woher der Gestank weht.

    Schönen Abend noch.

  • 10 Jahre Nullrunde bei den Arbeitnehmern der BRD. Und dann meldet sich noch Clement mit blabla "mehr Staat", da versucht der Staat, weil Gewerkschaften nicht fähig sind, deren Arbeit zu machen und schon kommt ein Sozi und labert nur dumm rum. WAS hat Clement in seiner politischen Karriere erreicht? Warum lässt man solche Leute zu Themen sprechen, die sie selber nicht lösen können?! Wir sind eines Tages noch günstiger als die Chinesen!!!

  • Geh doch endlich sterben oder wenigstens in Rente, oller Volksverräter!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%