Mineralölsteuer Umweltbundesamt will Dieselprivileg abschaffen

Die Debatte um die Zukunft des Diesels geht in die nächste Runde. Nachdem das Umweltbundesamt die Prämien für den Kauf neuer Diesel kritisiert hat, fordert es nun eine Anpassung der Mineralölsteuer für den Rohstoff.
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„Begriffe wie Umweltprämie oder Umweltbonus, wie sie derzeit von den Autoherstellern verwendet werden, sind irreführend.“ Quelle: dpa
Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes

„Begriffe wie Umweltprämie oder Umweltbonus, wie sie derzeit von den Autoherstellern verwendet werden, sind irreführend.“

(Foto: dpa)

Berlin Das Umweltbundesamt (UBA) hat in der Debatte um die Zukunft des Diesels erneut die Abschaffung des Dieselprivilegs bei der Mineralölsteuer ins Gespräch gebracht. Dieses „muss auf den Prüfstand“, sagte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger der „Rheinischen Post“ (Samstag). „Dieselfahrer zahlen pro Liter Kraftstoff 18,4 Cent weniger als bei Benzin - den Staat kostet diese Subventionierung mittlerweile 7,8 Milliarden Euro pro Jahr, gut dreieinhalb Milliarden davon für die Pkw-Nutzung“, sagte Krautzberger.

Selbst bei Abzug der höheren Kfz-Steuern für Diesel-Autos seien das rund eineinhalb Milliarden Euro vom Staat für die Selbstzünder pro Jahr. „Zum Vergleich: Die Förderung für Elektromobilität beträgt knapp eine Milliarde - aber bis 2020“, sagte Krautzberger der Zeitung.

Wer zahlt wie viel für alte Diesel?
BMW gewährt Neufahrzeugkunden bis Ende 2017 eine sogenannte Umweltprämiere in Höhe von 2.000 Euro beim Kauf eines neuen BMWs mit einem CO2-Ausstoß von maximal 130 Gramm pro Kilometer.
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Wer sich für das Elektromobil i3 entscheidet, kann als Neufahrzeugkunde zusammen mit dem Umweltbonus der Bafa auf eine Prämiensumme von 6.000 Euro kommen.

Angerechnet auf den Neuwagenpreis werden die 2.000 Euro von BMW bei der Inzahlungnahme eines Gebrauchten Dieselautos mit Euro-4-Abgasnorm oder schlechter. Am 1. Januar zählte das Kraftfahrtbundesamt rund 3,5 Million Diesel der Schadstoffklasse Euro 4. Diese Fahrzeuge sind mindestens 11 Jahre alt.

Unabhängig davon haben Käufer eines i3 zusätzlich noch die Möglichkeit, bei der Bafa die Fördermittel für E-Mobile in Höhe von 4.000 einzufordern.

Toyota CH-R
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Wer bei Toyota jetzt einen gebrauchten Diesel in Zahlung gibt und einen neuen Hybrid (Yaris, Auris, Rav4, C-HR oder Prius) kauft, bekommt von den Japanern nicht nur die übliche Hybrid-Prämie von 2.000 Euro, sondern die gleiche Summe noch einmal für den alten Selbstzünder obendrauf.

Wer einen alten Diesel für einen Neuwagen in Zahlung geben will, kann sich auch bei Nissan eine Abwrackprämie sichern
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Nicht nur den Kauf eines neuen Elektroautos erleichtert der Autohersteller mit einer attraktiven Wechselprämie – vom „Nissan Diesel Deal“ profitieren ab sofort auch Kunden, die sich für ein konventionell angetriebenes Modell entscheiden. Wer seinen Euro-1- bis Euro-3-Diesel verschrotten lässt oder seinen Euro-4-Diesel in Zahlung gibt, erhält beim Kauf eines neuen Modells bis zu 6.500 Euro Wechselprämie.

Der Deal gilt beim Kauf der Modelle Micra (4.000 Euro Prämie), Juke, Pulsar, Qashqai (jeweils 5.000 Euro Prämie) und X-Trail (6.500 Euro Prämie). Voraussetzung ist der Abschluss eines Kaufvertrags bis zum 30. September 2017.

Weiterhin im Angebot bleibt die Wechselprämie beim Kauf eines neuen Elektroautos. Zur Wahl stehen der Leaf und der Kleintransporter e-NV200, der auch in der Pkw-Variante e-NV200 Evalia angeboten wird. Zusammen mit dem staatlichen, von Nissan auf bis zu 5.250 Euro aufgestockten Elektrobonus ergibt sich eine Ersparnis von bis zu 7.250 Euro.

Noch mehr gibt es unter Umständen bei Ford zu holen
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Wer bei den Kölnern nun einen Diesel mit Euro-1-, 2- oder 3-Norm bis Baujahr 2006 abgibt und sich noch dieses Jahr für einen neuen Ford entscheidet, kann zwischen 2.000 und 8.000 Euro Alt-Diesel-Prämie absahnen. Dafür kümmert sich Ford um eine kostenlose Verschrottung des alten Stinkers – so will das Unternehmen zu besserer Luft beitragen. 

Bei der Abwrackprämie für ältere Diesel-Fahrzeuge zieht Opel nach
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Die deutsche Tochter des französischen PSA-Konzerns bietet den Besitzern älterer Dieselautos der Abgasnorm Euro 4 und niedriger modellabhängige Prämien an, wenn sie einen Opel-Neuwagen kaufen.

Der „Umweltbonus“ beträgt zwischen 1750 Euro beim Kleinstwagen Karl und 7000 Euro beim Spitzenmodell Insignia. Der Käufer muss seinen Alt-Diesel verschrotten lassen.

Hyundai: 10.000 Euro Nachlass auf den Grand Santa Fe
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Hyundai bietet Käufern eines Grand Santa Fe im Rahmen der Aktion „Green Deal“ bei Abgabe eines alten Diesel-Pkw bis zum 31. Dezember 2017 einen Nachlass von 10.000 Euro auf den Kaufpreis. Darüber hinaus bekommt der Kunde bei Inzahlunggabe eines Euro 4-Dieselmodelles beim teilnehmenden Händler noch den Zeitwert für das Altfahrzeug angerechnet.

Angetrieben wird das siebensitzige SUV mit serienmäßigem Allradantrieb und Sechs-Gang-Automatik von einem 2,2-Liter-Dieselmotor mit 147 kW / 200 PS. Die Preisliste beginnt bei 47.900 Euro.

Auch Renault bietet ab sofort beim Kauf eines Neuwagens unter dem Motto „Tschüss, alter Diesel!“ eine Wechselprämie von bis zu 7.000 Euro an.
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Die Franzosen wollen mit ihrer Aktion nach eigenen Angaben Anreize schaffen, alte Dieselfahrzeuge durch Fahrzeuge mit moderner Abgasreinigung zu ersetzen. Die Konditionen sind wie bei den anderen Herstellern: Die Prämie wird Privatkunden auf den Kaufpreis eines neuen Renaults angerechnet, wenn ein alter Diesel-Pkw mit Abgasnorm Euro 4 oder älter in Zahlung gegeben wird.

Das Umweltbundesamt hatte wiederholt einen Abbau aller „umweltschädlichen Subventionen“ gefordert, darunter die niedrigere Diesel-Besteuerung. Eine der Folgen der Subventionen sei die Luftverschmutzung durch Dieselfahrzeuge in den Innenstädte, hieß es.

Erst am Freitag hatte Krautzberger die von den Autobauern eingeführten Prämien für den Kauf neuer Diesel kritisiert. „Begriffe wie Umweltprämie oder Umweltbonus, wie sie derzeit von den Autoherstellern verwendet werden, sind irreführend“, sagte die Behördenchefin der Deutschen Presse-Agentur. Umweltprämien müssten sich an Kriterien wie geringem Schadstoffausstoß, niedrigem Verbrauch und zukunftsweisendem Antrieb orientieren.

  • dpa
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