Minijob-Konsequenzen
Millionen Frauen von Altersarmut bedroht

Laut Bundesarbeitsministerium droht Millionen erwerbstätiger Frauen im Alter die Armut. Besonders gefährdet sind dabei Minijobber. Die Sozialverbände schlagen Alarm. Auch die Zuschussrente werde kaum etwas ändern.
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BerlinMillionen erwerbstätige Frauen in Deutschland müssen befürchten, im Alter in Armut zu leben. Gefährdet sind vor allem diejenigen, die jahrelang einen Minijob hatten. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, die der Nachrichtenagentur dapd vorliegen.

Demnach hat das Bundesarbeitsministerium ausgerechnet, dass ein Minijobber, der ein Jahr lang tätig ist, eine monatliche Rente von 3,11 Euro erwirbt. Nach 45 Versicherungsjahren beträgt der Anspruch auf Grundlage der heutigen Werte 139,95 Euro.

7,4 Millionen Menschen in Deutschland haben eine Stelle auf 400-Euro-Basis, für die sie keine Steuern und Sozialabgaben zahlen müssen. Davon waren Mitte 2011 knapp 4,65 Millionen Frauen. Gut zwei Drittel von ihnen haben ausschließlich diesen Minijob. Die seit 1999 fälligen Rentenbeiträge zahlt meist nur der Arbeitgeber.

Sozialverbände bezeichneten die niedrigen Rentenerwartungen als „alarmierend“. Wer Altersarmut vermeiden wolle, müsse „prekäre Beschäftigungsverhältnisse eindämmen“, erklärte die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, Ulrike Mascher. Die von der Bundesregierung geplante Zuschussrente werde nicht viel ändern. „Da diese nur diejenigen bekommen sollen, die zusätzlich privat vorgesorgt haben“, sagte Mascher. Das könnten sich die meisten Minijobber nicht leisten.

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  • Ws bitte hilft denn die Rentenoption bei 400 bis 800 Euro? Da bleibt Frau mit der Rente immer noch unter Hartz IV. Da sind die besser dran, die gleich gar nicht arbeiten. Die Rentenoption ist rausgeworfenes Geld! Das zumindest haben die Minijobber erkannt.

  • Niemand muss einen Minijob annehmen ohne die Rentenversicherungsoption wahrzunehmen. Für die Arbeitgeber ist es gleich ob er 400 € oder 1000 € (selbstverständlich bei Mehrstunden) bezahlt oder nicht. Die Arbeitgeberbelastung liegt unabhängig vom Minijob oder Vollzeitjob bei ca. 23 % (AG-Anteil SV). Die Beschäftigen wollen jedoch lieber Brutto für Netto. Dann wäre es aus Sicht der Allgemeinheit besser, Minijobs würden abgeschafft. Konsequenz hieraus: Es gibt einen Aufschwung für Schwarzarbeit! Also - alles nicht so einfach.

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