Minijobs, Herdprämie und Co.: Die Launen der Familienministerin

Minijobs, Herdprämie und Co.
Die Launen der Familienministerin

Kristina Schröder findet Emanzipation überholt und steht stattdessen für das Betreuungsgeld. Nun will die Familienministerin den Frauen helfen – und wettert gegen Minijobs. Was ist von ihrem neuen Projekt zu halten?

DüsseldorfKristina Schröder redet in letzter Zeit recht gerne einfach mal munter drauf los. Spricht über „das liebe Gott“ und die Welt. Und übersieht in ihrer Plauderlaune, dass sie Familienministerin ist und ihre harmlosen Anekdoten deshalb auch politisch interpretiert werden. Zumindest war das Geschrei in der eigenen Partei groß, als sie kurz vor Weihnachten in einem „Zeit“-Interview über ihre Kindererziehung schwatzte. Besonders „das liebe Gott“ konnten ihre christlichen Parteifreunde nur schwer akzeptieren.  

Nun folgt der nächste Streich der Familienministerin: Am 14. Januar erscheint ihr neues Buch „Mama zahlt“ (Herder Verlag). Das Thema: Arbeitszeitmodelle für die moderne Frau. Ein einseitiger Vorabdruck ist bereits in der „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“ erschienen.

Mit ihrem neuen Buch wirkt Schröder auf einmal furchtbar emanzipiert, sieht in Minijobs eine Falle für Frauen und fordert flexible Arbeitszeitmodelle für junge Eltern. Kaum zu glauben, war doch der letzte große Knaller aus dem Familienministerium ausgerechnet das Betreuungsgeld. Als Herdprämie verschrien, wirkte es wie der Appell „Zurück in die Vergangenheit“, der die Heimchen für ein Taschengeld aus der finanziellen Selbstständigkeit heraus wieder an den Herd locken sollte. Schröder stand für eine familiäre Geborgenheit der 1950er-Jahre.

Nicht nur die ungemütliche Emanzipation, vor allem auch Alice Schwarzer, die Leitfigur der Frauenbewegung, war für Schröder bisher ein rotes Tuch. In ihrem ersten Buch „Danke, emanzipiert sind wir selber!“, das im April vergangenen Jahres für Aufruhr sorgte, schreibt sie vom „Weltanschauungsfeminismus“, der das „Diktat der Rollenbilder“ befeuert und „für den Mann nie viel mehr übrig hat als die Forderung, sich gefälligst anzupassen an die Ansprüche der emanzipierten Frau.“ Begleitet wurde Schröders Buch-Debut von Medienverrissen und wütenden Frauen.

Sollte in ihrem bald erscheinenden Buch „Mama zahlt“ nun wirklich die Bedürfnisse der mehrfachbelasteten Frau auf der Agenda stehen? Zumindest äußert sie sich in der dreifach weiblich besetzten Diskussion strikt gegen Minijobs. Dieses Zitat hat schon die Runde gemacht: „Die meisten Frauen wollen nach der Babypause in Teilzeit arbeiten. Und sie landen dann in einem Minijob. Und dieser ist in den seltensten Fällen das, was er eigentlich auch sein könnte: eine Brücke in den Arbeitsmarkt. Stattdessen sehen wir Klebeeffekte: einmal Minijob – immer Minijob.“

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Die Launen der Familienministerin

Seite 2:

Von der Herdprämie zum flexiblem Arbeitszeitmodell

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