Ministerin gegen Abschaffung
Sitzenbleiben wird es wohl auch künftig geben

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat angekündigt, am Sitzenbleiben für schlechte Schüler festzuhalten. Forderungen aus Reihen ihrer Ministerkollegen auf Länderebene und der Lehrerschaft wies sie klar zurück.

HB BERLIN. „Man kann Lehrern nicht dieses Sanktionsmittel nehmen, die Ultima Ratio. Damit würde die Politik zum Autoritätsverfall der Lehrer beitragen“, sagte Schavan der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Schavan betonte jedoch, die Sitzenbleiberquote sei „ganz klar zu hoch“.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstützte am Sonntag mit Nachdruck die Forderung der derzeitigen Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) und schleswig-holsteinischen Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD), das Sitzenbleiben durch mehr Schülerförderung „so weit es geht überflüssig zu machen“. Die GEW-Vizevorsitzende Marianne Demmer kritisierte Schavan: „Wer wie sie das Sitzenbleiben als 'Disziplinierungsmittel' verteidigt, hat von der Schulpraxis keine Ahnung und vertritt pädagogische Ansichten aus der Zeit der Prügelpädagogik.“

Unterstützung erhielt Erdsiek-Rave ebenfalls von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU). Er sagte der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, durch das Wiederholen von Klassen „werden Anreize und Motivation genommen, weiter zu lernen“. Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider (CSU) sagte dagegen, er halte es für „nicht zielführend“, das Sitzenbleiben grundsätzlich abzuschaffen.

Auch nach Ansicht von Hessens Kultusministerin Karin Wolff (CDU) schadet das Wiederholen einer Klasse in einigen Fällen nicht, soll aber die Ausnahme bleiben. „Wir werden es bestimmt nicht abschaffen. Aber wir müssen alles tun, um Probleme frühzeitig zu erkennen und zu beheben“, sagte sie der „Hessischen-Niedersächsischen Allgemeinen“.

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