Ministerin Schröder zur Frauenquote: „Ich will der Wirtschaft bis 2013 Zeit geben“

Ministerin Schröder zur Frauenquote
„Ich will der Wirtschaft bis 2013 Zeit geben“

Familienministerin Schröder will mehr Frauen in den Führungsetagen deutscher Unternehmen. Deshalb trifft sie sich heute mit den Personalchefs der Dax-Konzerne. Im Interview spricht die 33-Jährige über ihre Pläne.
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Frau Schröder, Sie wollen die deutschen Unternehmen verpflichten, bis 2013 den Frauenanteil in Vorständen und Aufsichtsräten zu verdreifachen. Glauben Sie, dass die Wirtschaft mitziehen wird?

Die meisten Unternehmen suchen inzwischen ganz gezielt nach Frauen für Führungspositionen. Wenn man sich aber die nackten Zahlen anguckt, sieht man auch: Es passiert noch nicht genug. Ich will der Wirtschaft jetzt bis 2013 Zeit geben zu beweisen, dass sie es ernst meint. Wenn das nicht funktioniert, soll es eine Pflicht zur Selbstverpflichtung geben – und das legen wir jetzt gesetzlich fest.

In den Dax-30-Unternehmen sind nur 67 Frauen unter 500 Aufsichtsratsmitgliedern. In den Vorständen liegt der Frauenanteil sogar nur bei 3,2 Prozent. Selbst bei einer Verdreifachung wären neun von zehn Vorstandsposten von Männern besetzt. Sind Ihre Vorgaben nicht zu lasch?
Eine Verdreifachung des Status quo wäre schon ein riesiger Schritt! Sie müssen auch bedenken: Viele Vorstände sind klein und bei vier bis sechs Leuten ist die Fluktuation nicht hoch. Bei den Aufsichtsräten würde der Anteil bei einer Verdreifachung übrigens auf 30 Prozent steigen. Da könnten die Frauen schon eine neue Kultur prägen.

Viele Unternehmen behaupten, dass sie nicht genügend Frauen für Führungsaufgaben finden. Nur ein Vorwand?
An der Qualifikation liegt es jedenfalls sicher nicht. Allerdings wird heute in Vorstandsetagen erwartet, 70 bis 80 Stunden die Woche präsent zu sein. Dazu sind viele Frauen nicht bereit. Da braucht man einen Partner, der sich um die Kinder kümmert, den Kühlschrank auffüllt und für frische Wäsche sorgt. Frauen müssen ebenso wie Männer neben dem Job auch familiäre Verantwortung übernehmen können.

Wie stellen Sie sich das vor?
Natürlich muss eine Führungskraft im Notfall erreichbar sein. Aber es muss auch möglich sein, Arbeit von zu Hause aus zu erledigen oder sich eine Führungsaufgabe mit einem anderen Menschen zu teilen. Es muss selbstverständlich sein, dass man auch mal um 17 Uhr das Büro verlässt, um mit den Kindern zum Laternenumzug zu gehen.

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  • Wie weltfremd ist das denn! Frauenquote per Gesetz? Möchten Sie in einem Unternehmen arbeiten, dessen Vorstand oder Aufsichtsrat nach Quote besetzt ist? Dann gute Nacht Marie! Und ganz nebenbei: Seit wann sind Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieder Angestellte? Oder kennen unsere Damen Minister keine Gesetze? Übrigens: Dies schreibt eine Frau.

  • Hier noch weitere Quotenvorschläge:
    Schwulenquote (im öffentlich rechtlichen Rundfunk bereits übererfüllt)
    Türkenquote
    Christenquote
    Judenquote
    Atheistenquote

    na erraten : Arierquote

    pfui !

  • Sie ist leider nicht die einzige...

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