Ministerium kritisiert Verwaltungskostenplus der Kassen
Defizitentwicklung der Kassen verlangsamt sich

Das Finanzloch der Gesetzlichen Krankenkassen ist in den ersten neun Monaten dieses Jahres kleiner ausgefallen als im Vorjahr. Doch es bleibt weiterhin ein beachtliches Milliardenminus.

HB BERLIN. Die Kassen konnten ihr Defizit binnen Jahresfrist auf knapp 2,6 Mrd. € und damit um rund 0,6 Mrd. € senken. Für das Gesamtjahr werde das Kassenminus voraussichtlich nicht die bisher angepeilte Marke von 3 Mrd. € übersteigen, teilte das Bundessozialministerium am Mittwochabend mit.

„Die Defizitentwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung hat sich im 1. bis 3. Quartal verlangsamt“, hieß es weiter. Im ersten Halbjahr waren die Kassen bereits mit 1,82 Mrd. € im Minus. Ein wichtiger Grund für die Fehlbeträge sei der konjunkturbedingte Rückgang der Beiträge um 0,1 %. Der Zuwachs der Leistungsausgaben habe sich mit 1,1 % „moderat entwickelt“.

Die nach Bekanntgabe der Pläne für die Gesundheitsreform befürchteten „Vorzieheffekte“ sind den Angaben zufolge im dritten Quartal weitgehend ausgeblieben. Die Ausgaben für Arzneimittel seien im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 % verringert worden. Dies sei vor allem auf die neuen Rabattregeln des seit Jahresbeginn geltenden Gesetzes zur Beitragssatzsicherung zurückzuführen. Die Ausgaben im Krankenhausbereich seien um zwei Prozent gestiegen, die Kosten für Soziale Dienste und Prävention um 8,7 %. Den Anstieg der Verwaltungskosten der Krankenkassen um drei Prozent kritisierte das Ministerium als zu hoch.

Nach früheren Angaben aus Kreisen der Kassen liegen ihre Einnahmen 2003 voraussichtlich insgesamt um 0,9 % unter denen des Vorjahres. Im vergangenen Jahr hatte das Defizit der Kassen bei 2,96 Mrd. € gelegen.

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