Ministerium leitet Untersuchung ein
Milliardenverluste durch Betrug bei Kindergeld

Nach Berechnungen des Finanzministeriums gehen jährlich Milliarden Euro zu viel Kindergeld an Familien. Grund dafür sind Betrug und fehlende Kontrolle.

HB BERLIN. Der Staat gibt möglicherweise Milliarden zu viel für das Kindergeld aus. Schuld daran seien Betrug und fehlende Kontrolle, schätzen Mitarbeiter des Bundesfinanzministeriums. Wie das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» am Samstag vorab berichtet, war denen aufgefallen, dass trotz sinkender Geburtenraten die Kindergeldzahlungen steigen. Dabei seien die Kindergelderhöhungen schon berücksichtigt.

Der Staat gibt derzeit fast 35 Milliarden Euro für das Kindergeld im Jahr aus. Ein hochrangiger Ministerialbeamter rechnete dem Blatt vor, dass es die Regierung rund eine Milliarde Euro kostet, wenn lediglich drei Prozent der Anträge unrichtig seien. Die Kontrolle sei jedoch aufgrund der 16.000 Familienkassen, die die Anträge bearbeiten, schwierig.

Auch der Bundesrechnungshof hat dem «Spiegel» zufolge bei einzelnen Familienkassen eine Fehlerquote bis zu 20 Prozent festgestellt. Als einen möglichen Betrugsgrund nennen Ministerialbeamte, dass Eltern an verschiedenen Wohnorten Kindergeld beantragt haben. Eine interministerielle Arbeitsgruppe soll nun Vorschläge erarbeiten, um die Auszahlung des Kindergeldes besser in den Griff zu bekommen.

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