Ministerium prüft Beitragssatzanstieg
Weitere Kassen wollen die Hand aufhalten

Das Bundesgesundheitsministerium will die von weiteren Betriebskrankenkassen (BKK) angekündigte Anhebung der Beitragssätze auf ihre Notwendigkeit überprüfen. „Diese Erhöhung kommt zur Unzeit“, sagte Gesundheitsstaatssekretärin Marion Caspers-Merk (SPD) am Freitag in der ARD.

Reuters BERLIN. Das Ministerium werde sich die von den Krankenkassen genannten Gründe für die Beitragssatz-Erhöhung genau ansehen. „Das wird von uns sehr kritisch begutachtet.“ Trotz einer gegenteiligen Zusage der Kassenspitzen wollen in den nächsten Wochen zahlreiche Betriebskrankenkassen ihre Beiträge erhöhen. Bei vielen Kassen trat die Anhebung bereits am Freitag in Kraft.

Nachdem am Donnerstag bekannt geworden war, dass rund 20 BKK mit insgesamt rund 1,5 Mill. Mitgliedern ihre Beitragssätze anheben wollen, kündigte der BKK-Verband Nordrhein-Westfalen für zehn bis 15 weitere Krankenkassen bis zum Jahresende einen Beitragssatzanstieg an. „Davon werden 300 000 bis 400 000 Versicherte betroffen sein“, sagte Theo Giehler aus dem Vorstand des BKK-Verbands NRW, der „Financial Times Deutschland“. Hessens BKK-Verbandschef Rainer Bösken sagte der Zeitung, er rechne in seinem Bundesland mit einem solchen Schritt bei zwei oder drei BKKs. Ein Sprecher des Bundesversicherungsamtes wurde mit den Worten zitiert, bei der Aufsichtsbehörde lägen noch mehrere Anträge auf Erhöhungen vor, darunter aber keiner einer großen Kasse. Eine genaue Zahl habe er aber nicht nennen wollen.

Am Mittwoch hatten sich die Spitzenverbände der Krankenkassen mit dem Staatssekretär im Sozialministerium, Klaus Theo Schröder (SPD), getroffen und zugesagt, im kommenden Jahr die Beiträge deutlich zu senken. Sie legten sich allerdings nicht darauf fest, dass der durchschnittliche Beitragssatz wie von der Bundesregierung geplant auf 13,6 von derzeit rund 14,3 % sinken wird.

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