Ministerposten der Union
Merkel gerät in Zugzwang

Bei der SPD sind die Würfel gefallen und damit die ersten acht Plätze am Kabinettstisch besetzt. Durch die schnelle Aufstellung der Sozialdemokraten gerät nun auch Angela Merkel unter Druck. Doch die endgültige Benennung der Unionskandidaten wird sich noch übers Wochenende hinziehen.

HB BERLIN. "Angela Merkel braucht noch ein paar Tage Zeit. Sie lässt sich nicht unter Zugzwang setzen und wird sich wohl auch noch das Wochenende gönnen", zitierte die "Rheinische Post" Vertraute der künftigen Kanzlerin. Auch CSU-Landesgruppenchef Michael Glos wiegelte ab: "Wir sind ja nicht im Zeitdruck", sagte Glos.

Nach ZDF-Informationen will die Union ihre Minister für eine große Koalition am Montag präsentieren. "Bei uns wird das nächste Woche gemacht", sagte CDU-Generalsekretär Volker Kauder dem Sender. Die CSU betonte, das Personaltableau werde in enger Abstimmung mit der CDU aufgestellt.

Glos erklärte weiter, man dürfe auch nicht den Eindruck erwecken, dass es in erster Linie um Posten geht. Wenn CDU-Chefin Angela Merkel und CSU-Chef Edmund Stoiber sich einig seien und wenn Merkel die CDU-Landesverbände ausreichend berücksichtigt habe, würden auch bei der Union die Personalentscheidungen bekannt gegeben werden, sagte Glos. Für sich selbst schloss er ein Ministeramt aus: "Ich habe mich dafür entschieden, ein Amt in der Fraktion anzunehmen." Er sei für vier Jahre zum Chef der CSU-Landesgruppe gewählt worden.

Glos räumte ein, dass die zwischen den Spitzen von Union und SPD vereinbarte Ressortverteilung für viele überraschend gekommen sei. "Bei uns hat man mehr mit Ministerien gerechnet, die die SPD jetzt bekommt und ein bisschen umgekehrt."

Unionsfraktionsvizechef Wolfgang Schäuble, der für verschiedene Posten gehandelt wird, will seine künftige Position in einem Gespräch mit Merkel klären. Der frühere CDU-Chef steht als Verteidigungsminister zur Debatte. Er wird aber auch als Innenminister und als Unionsfraktionschef gehandelt. Schäuble sagte der "Welt" auf die Frage, für welches der drei Ämter er sich entscheiden werde: "Das entscheidet in erster Linie unsere künftige Bundeskanzlerin. Wir werden das gemeinsam im Gespräch machen."

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