Ministerposten
Union streitet über Seehofer

Die SPD hat vorgelegt, die Union muss nachziehen. Das CDU-Präsidium will heute ihre Personalien für eine große Koalition abstimmen. Gesetzt sind bislang nur Merkel und Stoiber. Um alle anderen Ministerposten ist ein Streit entbrannt. Vor allem CSU-Kandidat Horst Seehofer sorgt für Aufsehen.

HB BERLIN. Am kommenden Montag will die designierte Bundeskanzlerin, CDU-Chefin Angela Merkel, offiziell die Liste des Unions-Anteils am schwarz-roten Kabinett vorstellen. Fest steht bisher aber nur, dass neben Merkel der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber Minister für Wirtschaft und Technologie wird. Die SPD hatte ihr achtköpfiges Personaltableau für eine große Koalition gestern präsentiert.

Laut einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" lehnt es Merkel vehement ab, das Verteidigungs- oder das Innenressort mit einem CSU-Politiker zu besetzen. Wie das Blatt aus führenden Unionskreisen erfuhr, machte Merkel Stoiber klar, dass diese Ressorts ebenso wie das Familienministerium für die CSU "nicht zur Verfügung" stünden. Es gehe für die CSU "ausschließlich um das Ressort für Agrar und Verbraucherschutz", hieß es.

In der Union ist jedoch über Horst Seehofer, der als Verbraucherschutzminister im Gespräch ist, ein Streit entbrannt. Ein namentlich nicht genannter CSU-Abgeordneter sagte der "Bild"-Zeitung, wenn CSU-Chef Edmund Stoiber "Seehofer ins Kabinett beruft, signalisiert er, dass ständige Quertreiberei auch noch belohnt wird".

Auch in der CDU gibt es Unmut über Seehofer. CDU-Vorstandsmitglied Heinrich-Wilhelm Ronsöhr sagte zu "Bild": "Wir müssen jetzt unsere Unionspolitik durchsetzen, nicht die SPD-Linie stärken - das aber tut Seehofer." Seehofer hatte sich dazu bereit erklärt, ein Ministeramt in der künftigen Regierung zu übernehmen. Zuletzt hatte Seehofer mit seiner Kritik an der Gesundheitspolitik der Union für Aufsehen gesorgt.

Bildergalerie: Merkels mögliches Kabinett

Nach den Vereinbarungen mit der SPD besetzt die Union die Minister für Innen, Verteidigung, Familie, Bildung und Forschung sowie Agrar und Verbraucherschutz. Dabei stellen die CDU vier, die CSU zwei Fachminister. Für Unsicherheit sorgt auch Wolfgang Schäuble. Er wird Innenminister, oder vielleicht Verteidigungsminister, oder womöglich Fraktionsvorsitzender, oder am Ende doch nichts von alledem.

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