Ministerpräsident Rüttgers offenbar tief verärgert
NRW-CDU macht ihrem Ärger Luft

Nach der Vorstellung der künftigen Ministerriege der CDU/CSU in einer Großen Koalition regt sich in der Union teils heftige Kritik über die von der designierten Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montag vorgestellten Kabinettsliste. Für Ärger sorgt vor allem, dass der CSU-Rebell Horst Seehofer Agrarminister werden soll und der mächtige NRW-Landesverband bei der Vergabe der Ministerämter leer ausgeht.

HB BERLIN. Gegenüber dem Handelsblatt klagten hochrangige CDU-Politiker aus Nordrhein-Westfalen, dass der mit Abstand mitgliederstärkste CDU-Landesverband keine Minister stelle, sei eine riesige Enttäuschung. Der nordrhein-westfälische Regierungssprecher Thomas Kemper sagte der Zeitung "Die Welt", Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) sei tief verärgert. Rüttgers selbst sagte dem Blatt, er wolle die Entscheidung der designierten Kanzlerin Angela Merkel über die Besetzung des Kabinetts nicht kommentieren.

Der Landesverband erwarte jetzt Kompensationsgeschäfte bei den noch zu vergebenden Staatssekretärsposten, hieß es aus Reihen der CDU-NRW. Außerdem soll der niederrheinische Unionsfraktionsvize Ronald Pofalla Mitte November zum neuen CDU-Generalsekretär gewählt werden. Amtsinhaber Volker Kauder übernimmt den Vorsitz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Merkel hatte überraschend den sächsischen Innenminister Thomas de Maizière zum Chef des Kanzleramts berufen. De Maizière, Cousin des letzten DDR-Ministerpräsidenten Lothar de Maizière, setzte sich gegen den aus NRW stammenden Fraktionsgeschäftsführer Norbert Röttgen durch, der lange als Favorit für das Amt gehandelt worden war.

In der Union hieß es zwar, de Maizières Berufung befriedige die Ansprüche der ostdeutschen CDU-Landesverbände. Doch das allein wollten die Vertreter der CDU-NRW als Begründung nicht gelten lassen. "Ich hätte mir gewünscht, dass die CDU Nordrhein-Westfalen im Kabinett vertreten gewesen wäre", sagte der Vize-Fraktionschef der Union im Bundestag, Wolfgang Bosbach, gegenüber mehreren Medien. Vor allem hätte es ihn für Norbert Röttgen gefreut, der lange als Kanzleramtsminister im Gespräch war.

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