Ministertreffen
De Maizière wirbt für Friedensgespräche mit Taliban

Die Taliban eröffnen ein Verbindungsbüro in Katar und die USA kündigen Gespräche mit der Gruppierung an. Besonnenheit ist das Stichwort, das derzeit am wichtigsten ist – auch für den Verteidigungsminister.
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Herat/KabulVerteidigungsminister Thomas de Maizière hat sich für Friedensgespräche mit den afghanischen Taliban ausgesprochen. Voraussetzung sei aber, dass die radikalislamischen Aufständischen die Verfassung Afghanistans anerkennen und sich vom Terrornetz Al-Kaida distanzieren, sagte de Maizière am Donnerstag in der westafghanischen Provinzhauptstadt Herat. Dort war er zuvor mit dem afghanischen Verteidigungsminister Bismillah Khan Mohammadi und seinem italienischen Kollegen Mario Mauro zusammengekommen.

Jeder, der zu einer friedlichen Lösung des Afghanistan-Konflikts beitragen könne, sei willkommen, betonte de Maizière. „Vor allem aber müssen diese Gespräche stark geprägt werden durch die legitime afghanische Regierung.“ Der Minister rief alle Seiten zur Besonnenheit auf. „Provokationen jeder Art sollten vermieden werden. Und die Gespräche sind dann am besten und am erfolgreichsten, wenn nicht zu viel über sie öffentlich geredet wird.“

Die Taliban hatten am Dienstag ein Verbindungsbüro in Doha im Golf-Emirat Katar eröffnet. An dem Gebäude war zunächst ein Schild mit der Aufschrift „Politisches Büro des Islamischen Emirats Afghanistan“ angebracht. Auf dem Gelände hissten die Extremisten anschließend die Taliban-Flagge. Die USA kündigten kurz darauf direkte Friedensverhandlungen mit den Taliban in Doha an. Der afghanische Präsident Hamid Karsai reagierte empört und teilte mit, seine Regierung werde die Gespräche boykottieren.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Unglaublich mit den Taliban über Frieden zu reden. Hunderte
    Verletzte Körperlich und Seelische sowie 54 Tode Soldaten wollen ein Signal warum sie in den Krieg geschickt wurden.

    Nicht die Taliban gehören auf die Anklagebank sondern Deutsche Politiker allen vorran die aus ROT/GRÜNEN Parteien. Al Kaida war schon längst in anderen Ländern da wurde Deutschland immer aktiver gegen die Taliban. Der Steinzeit Islamismus ist ein Problem Afghanistans und nicht der Europäer. Kein Taliban hat je einen Anschlag
    in Europa oder Amerika verübt. Mit dem Korrupten Karsai
    hat die Nato einen der Übelsten Figuren eingesetzt und gedacht, setzen wir einen Gleichgesinnten ein. Steinzeit Islam gibt es auch in anderen Ländern wie auch in der Türkei und bei uns,führt man deshalb Krieg? Also raus aus Afghanistan unseren Soldatenfamilien je eine Million Euro zahlen, wie es andere Opfer auch kriegen und ab nach Hause.

  • Ein Rückzugsgebiet, welches nach den Angaben der Bundeswehr bisher 54 deutschen Soldaten das Leben gekostet hat!

    Wenn De Maizière jetzt mit diesen Leuten Friedensgespräche anstrebt, dann ist das ein Schlag in die Gesichter der Verwandten, der getöteten Soldaten!

    Vielleicht aber hat er sich auch die Worte unseres Gaucklers zu Herzen genommen und möchte nicht zum Kreis der Glücksüchtigen gehören.

    "Und dass es wieder deutsche Gefallene gibt, ist für unsere glückssüchtige Gesellschaft schwer zu ertragen", sagte Gauck.

    Die Abscheu gegen Gewalt sei zwar verständlich, und Gewalt werde immer ein Übel bleiben. "Aber sie kann – solange wir in der Welt leben, in der wir leben (...) – notwendig und sinnvoll sein, um ihrerseits Gewalt zu überwinden oder zu unterbinden", sagte Gauck.

    Nach dem Motto, wenn genügend deutsche Soldaten geopfert wurden, dann werden sich die Taliban schon zufrieden zeigen und verhandeln.

    Nicht zu vergessen, dass "kultivierte" Taliban den Umsatz der deutschen Rüstungsindustrie erheblich steigern würden. Denen müsste man auch nicht ein Großteil der Kosten erlassen, wie etwa Israel, nein die Taliban verfügen über ausreichend Drogengelder.

  • Dem geht ein kulturelles Mißverständnis voraus: bei uns bietet man Verhandlungen aus einer Position der Stärke heraus an, im dortigen Kulturkreis verhandelt man, wenn man sich in einer Position der Schwäche sieht.

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