Missbrauch soll gestoppt werden
Bundesrat beschließt 0190er-Nummer-Regeln

Der Bundesrat hat am Freitag wie zuvor schon der Bundestag grünes Licht für neue Regeln gegen den Missbrauch von 0190er- und 0900er-Telefonnummern gegeben. Die Verbraucher in Deutschland sollen damit besser vor Anbietern überteuerter Telefondienste geschützt werden.

rtr/dpa BERLIN. Verbrauchern und Regulierungsbehörde werden damit künftig mehr Rechte gegenüber den Anbietern eingeräumt. Zudem sind Preisobergrenzen und Zwangsabschaltungen bei der Nutzung der Mehrwertdienste vorgesehen. Im Detail sieht die Regelung vor, dass der Preis für die Nutzung von 0190er- und 0900er-Nummern bei der Werbung und vor den Telefonaten angesagt werden muss. Der genutzte Dienst wird nach einer Stunde automatisch getrennt. Zudem ist ein Maximaltarif von zwei Euro je Minute beziehungsweise 30 € pro Einwahl festgeschrieben.

Die Dialer (Anwählprogramme in Computern) werden künftig zudem von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (REgTP) in einer Datenbank erfasst. Die Behörde kann den Anbietern von Mehrwertdiensten auch ihre Nummern entziehen, wenn rechtswidriges Verhalten festgestellt wird.

Beschwerden über den Missbrauch von 0190er-Nummern hatten zuletzt stark zugenommen. Die Service-Verbindungen sind oft deutlich teurer als Standardtarife. Dialer wählen sich zudem häufig unbemerkt in Leitungen von Internet-Nutzern ein und verursachen dort hohe Telefonkosten. Branchenexperten schätzen den Jahresumsatz der Mehrwertdienst-Branche auf mehr als eine Milliarde Euro.

Nach Ansicht von Verbraucherschützern geht das Gesetz, das nach der Sommerpause in Kraft treten kann, nicht weit genug: Es gebe noch weitere teure Nummern, die missbraucht werden könnten. „Das Gesetz lässt Schlupflöcher“, sagte Patrick von Braunmühl vom Verbraucherzentrale Bundesverband in Berlin. Als Beispiel nannte er Nummern für Auskunftsdienste, die mit 1188 anfangen, und Nummern für Meinungsumfragen, die mit 0137 beginnen. „Die teuren Telefonnummern sind derzeit der wichtigste Beschwerdegrund für Verbraucher“, sagte der Experte der Deutschen Presse-Agentur. Der Verband schätzt den Schaden wegen des Missbrauchs teurer Nummern auf „dreistellige Millionenhöhe“.

Nach der neuen Regelung muss der Preis für die Verbindung angegeben werden, bevor Kosten für den Kunden entstehen. Die Verbraucherschützer bemängeln zudem, dass es für Mobilfunkunternehmen eine einjährige Übergangsfrist gibt, den Preis für die Verbindung anzugeben, bevor Kosten für den Kunden entstehen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%