Mißfelder macht Druck
Junge Union will Wahlanalyse schon am Wochenende

Gegen den erklärten Willen von Parteichefin Angela Merkel will Junge-Union-Chef Philipp Mißfelder schon am Wochenende auf dem Deutschlandtag der Jungen Union über das schlechte Abschneiden von CDU und CSU bei den Bundestagswahlen debattieren.

HB BERLIN. Die notwendige Diskussion dürfe nicht auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben werden, forderte Mißfelder in der "Berliner Zeitung". Es müsse die Frage nach der strukturellen Mehrheitsfähigkeit des bürgerlichen Lagers gestellt werden. "Union und FDP haben es drei Mal hintereinander nicht geschafft, über 50 % zu kommen. Das macht uns Sorge", sagte Mißfelder.

Man könne nicht von der Jugendorganisation erwarten, "dass sie im Wahlkampf die Angie-Schilder hochhält und orangene T-Shirts trägt, aber keinen programmatischen Anspruch hat", sagte Mißfelder. Er forderte zudem eine neue Debatte über Programm und Werte in der Union: "Wir müssen über unsere Werte sprechen, beispielsweise darüber, was Patriotismus und Wertewandel für uns bedeuten."

Nach dem Willen der CDU-Vorsitzenden soll erst später über das Abschneiden der Union bei der Bundestagswahl am 18. September diskutiert werden. Union und FDP war es bei der Wahl nicht gelungen, die von ihnen angestrebte schwarz-gelbe Mehrheit zu erreichen.

Mißfelder forderte von der künftigen Bundesregierung, vorerst auf Rentenerhöhungen zu verzichten. Der Staat könne sie sich auf absehbare Zeit nicht leisten. Er sehe zwar die Belastungen der älteren Generation, man müsse aber auch die Zukunft der jungen Generation im Auge haben. "Sonst geht der soziale Frieden verloren", warnte Mißfelder, dessen Organisation am Wochenende in Augsburg zusammenkommt. Zum Deutschlandtag werden auch Merkel und CSU-Chef Edmund Stoiber erwartet.

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