Mit Hilfe der Mikrofilme wurden nach der Wende DDR-Spione enttarnt
"Rosenholz"-Daten stammen von KGB-Offzier

HB BERLIN. Die nach der Wende vom US-Geheimdienst CIA beschafften Mikrofilme der Agentenkartei der DDR-Spionageabteilung HVA stammen nach Aussagen ehemaliger CIA-Agenten von einem KGB-Offizier. Das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» berichtet, der KGB-Mann habe sich 1992 bei einer US-Botschaft in Osteuropa gemeldet und eine schlechte, aber noch lesbare Kopie der Mikrofilme zum Kauf angeboten. Demnach bekam er 75.000 Dollar für die Filme.

Der Kauf der Filme, die von deutschen Behörden mit dem Code-Wort «Rosenholz» benannt wurden, war einer der größten CIA-Coups in den Jahren nach der Wende. Mit Hilfe der «Rosenholz»-Akten waren von der CIA so gut wie alle DDR-Spione enttarnt worden, darunter auch der Nato-Agent «Topas».

Eine von dem KGB-Mann zur Prüfung übergebene Probe der angebotenen Filme sei einer CIA-Arbeitsgruppe vorgelegt worden, die seit der Wende vom US-Geheimdienst beschaffte Stasi-Akten ausgewertet habe, heißt es in dem Bericht. Die CIA-Experten hätten den Ankauf der Agentenkartei mit dem Kommentar «Das sind Kronjuwelen» befürwortet. Eine spätere Analyse habe ergeben, dass der Lieferant sich eine vierte oder fünfte Kopie des Originals beschafft habe.

Deutsche Behörden wurden demnach erst viel später informiert. Erst habe die CIA diskutiert, ob nicht einige der Ostspione künftig für die USA im vereinten Deutschland spionieren sollten, berichtete der «Spiegel».

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