Ziel sei es, Arbeitnehmeranteile zu poolen, um Insolvenzschutz zu erreichen und Standardmodelle zu entwickeln, die auch sehr kleine Unternehmen nutzen könnten – ohne dass sie Arbeitnehmer Stimmrechte einräumen müssten. „Es soll auch in unserem Modell bei individuellen Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer bleiben“, sagte er. Ein Fonds könne auch das Rating kleinerer Mittelständler übernehmen.
Über Mitarbeiterbeteiligungen wird in Deutschland seit der Kanzlerschaft von Ludwig Erhard (CDU) in den 60er Jahren diskutiert. Heute gibt es einen jährlichen steuer- und sozialabgabenfreien Betrag von 135 Euro für den Kauf von Unternehmensanteilen. Zwei Millionen Arbeitnehmer nutzen Beteiligungsmöglichkeiten, vor allem in Form von Belegschaftsaktien börsennotierter Unternehmen. Union und SPD wollen diese Zahl mindestens verdoppeln.
„Arbeitnehmereinkommen sind seit den 90er Jahren kaum noch gestiegen, Kapitaleinkünfte dagegen sehr stark“, sagte Stiegler. Meyer bezeichnete es als Problem, dass „bei Arbeitnehmern das Grundvertrauen schwindet, dass es den Arbeitnehmern automatisch gut geht, wenn ihr Unternehmen gute Gewinne schreibt“. Über eine direkte Beteiligung am Unternehmen würden Arbeitnehmer beginnen, unternehmerisch zu denken. „Das zahlt sich für ein Unternehmen aus“, sagte Heinrich Beyer, Geschäftsführer der Unternehmerinitiative Arbeitsgemeinschaft Partnerschaft in der Wirtschaft: Betriebe mit Mitarbeiterbeteiligung seien profitabler.
Unklar ist bisher allerdings, ob die neuen Beteiligungsmodelle über Steuerfreibeträge gefördert werden sollen. Stiegler äußerte sich angesichts des Zieles, den Haushalt zu sanieren, skeptisch. Meyer sprach sich dagegen für eine bessere Steuerförderung aus. Verschiedene Modelle würden derzeit in den Ministerien berechnet, sagten beide. Als Obergrenze des Möglichen wurde in der SPD-Fraktion jene Summe genannt, die der Abbau des Sparerfreibetrages 2006 dem Staat an Einnahmen gebracht hat: jährlich 750 Mill. Euro. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) setzt allerdings darauf, dass es nicht zu Steuerausfällen kommt.

