Mitmach-Aktion der CDU

„Ich bin voll bei Ihnen“

„Was mir am Herzen liegt“ – unter diesem Motto sammelt die CDU Wahl-Ideen. Die Partei fragt, auch via Internet. Immer mit dabei: Familienministerin Schröder. Die Gespräche verkommen zu einer Selbstbeweihräucherung.
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Drei Gesprächsrunden sind geplant, zur ersten hat die CDU Familienministerin Kristina Schröder und Verteidigungsminister Thomas de Maizière geschickt. Quelle: dpa

Drei Gesprächsrunden sind geplant, zur ersten hat die CDU Familienministerin Kristina Schröder und Verteidigungsminister Thomas de Maizière geschickt.

(Foto: dpa)

BerlinWenn jemand für die CDU lebt, dann ist es Claudia Heber. Drei Stunden hat die Frau aus Straußfurt bei Erfurt für die Reise in die Berliner Parteizentrale gebraucht. Zu Hause ist sie ehrenamtlich im Arbeitskreis Engagierter Katholiken der CDU in Thüringen aktiv. Jetzt steht sie im Konrad-Adenauer-Haus an einem orangefarbenen Mikrofon, schaut Familienministerin Kristina Schröder in die Augen und holt Luft.

Gut 100 Frauen und Männer sind an diesem Abend ins CDU-Hauptquartier gekommen. Es ist die erste von drei geplanten Gesprächsrunden der Partei mit der Basis, bevor sie am 23. Juni ihr Programm für die Bundestagswahl verabschieden will. Neben Kristina Schröder sitzt Verteidigungsminister Thomas de Maizière auf der Bühne. Mehrere Kameras übertragen das Geschehen live ins Internet. Und alle Augen sind auf Claudia Heber gerichtet.

Die dreifache Mutter wirkt bei ihrem großen Auftritt ein wenig aufgeregt. Sie wolle, sagt sie, der Familienministerin eine Anregung geben. „Mehr netto vom Brutto für Familien“, wünsche sie sich. Außerdem seien die besten Erzieher für ein Kind immer noch die eigenen Eltern. Man müsse nicht toll ausgebildet sein um Kinder zu erziehen. Und wenn Schröder mal Zeit habe, dann solle sie doch mal in Thüringen vorbei kommen und sich die Hortbetreuung ansehen. „Bei uns läuft das hervorragend.“

Hervorragend will die Union auch bei der Bundestagswahl abschneiden. Und um dieses Ziel zu erreichen, wollen die Wahlkämpfer um Generalsekretär Hermann Gröhe den Bürgern das Gefühl geben, das Wahlprogramm der CDU mitbestimmen zu können. Im März und April hatte die Partei dazu aufgerufen, Vorschläge einzusenden. Laut Chefwahlkämpfer Gröhe sind insgesamt 10.000 Sendungen per Postkarte und E-Mail eingegangen. In den Gesprächsrunden im Adenauer-Haus lädt die Partei nun dazu ein, die Wünsche der Bürger zu diskutieren.

Kristina Schröder hat sich die Vorschläge ihrer Thüringer Anhängerin angehört. Die Ministerin, die Ende 2012 gegen ihre ursprüngliche Überzeugung das umstrittene Betreuungsgeld auf den Weg gebracht hat, ist Profi. Längst hat sie in Gedanken an ihrer Antwort gefeilt. „Ich bin voll bei Ihnen und eine Anhängerin des Ehegattensplittings“, sagt sie. „Wenn zwei Menschen dauerhaft Verantwortung übernehmen und füreinander einstehen, dann entlasten Sie auch den Staat. Deswegen verdient das Unterstützung.“

„Mach's doch halb so dick“
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12 Kommentare zu "Mitmach-Aktion der CDU: „Ich bin voll bei Ihnen“"

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  • Die CDU um es auf gut Deutsch zu formulieren scheißt doch auf das deutsche Volk.

    Diese Partei ist fest-entschlossen die indigene deutsche Bevölkerung endgültig durch eine multiethnische und multikulturelle Bevölkerung zu ersetzen --- die Kanzlerin spricht --wenn auch phrasenhaft-- offen darüber:

    http://www.sezession.de/38204/faz-identitare-und-merkel-zweierlei-diskurs.html/2


    Gleichzeitig die Folgen der nicht-europäischen Massenzuwanderung - Brennpunktviertel- Problemschulen- hohe Kriminalitätsraten, islamischer Extremismus, Deutschenfeindlichkeit - als "Vielfalt".

  • Ganz offensichtlich haben sich bei und an der CDU-Internetaktion nur CDU/CSU-AMIGOS beteiligt!

    Aber CDU und CSU sind selbst da schon überfordert, schaffen sie es nicht mal 4 Beiträge zu kommentieren oder zu beantworten. Man schmort im eigenen Saft und ist in Wirklichkeit überhaupt nicht interessiert Wähler mit einzubeziehen. Dies wird nochmal deutlich mit dem letzten Satz des Artikel, mit der Aussage Gröhes, unterstrichen.

    Merkels AMIGO-Vereinen kann man nur wünschen, dass sie sich mal für eine Zeit in der Opposition qualifizieren.

  • Eine Anfrage im Bundestag,warum sich Politiker unseres Landes,teilweise während Bundestagssitzungen
    schlafend zeigen und Trittin mal als Vorbild genannt,der sich oft in seinen Sitz flegelt, werden auch nicht beantwortet.Eine
    Nation 3 Platz im Export mit fleissigen Unternehmern und Angestellten , wird präsentiert von lustlosen Abgeordneten,
    denen die da draußen am A.. vorbeigehen. Also als Anhang
    auch mal "nüchtern" sich Vorschläge anhören, liebe Frau Schröder. War ein Scherz..Kleines.

  • @margrit117888:
    Das ist richtig - ich habe auch schon an mehrere CDU-Minister geschrieben. Antwort: Fehlanzeige.

    Die SPD hat übrigens auch die Kommunikationskanäle abgeschaltet, wohl auch deshalb, um die Shitstorms nicht mehr lesen zu müssen. Wenn auf der Seite von Siggi Pop versucht, einen Kontaktbutton zu finden, wird man enttäuscht. Es bleibt einem nur, an die Mailadresse des Parteivorstands zu schreiben, die im Impressum verzeichnet ist. Aber diese Mail-Adresse könnten die Sozen gleich umbenennen in "gleichwegschmeissen@spd.de". Denn lesen tut das unter Garantie kein Mensch.

  • Solcherlei Mitmachspielchen erinnern irgendwie an totalitäre Regimes, weil so richtig dreinreden lassen wollen sich die CDU-Granden ja mitnichten.

    Also werden potemkinsche Dörfer aufgebaut, daß der Bürger wenigstens das GEFÜHL bekommt, er dürfe sich an irgendwas beteiligen.

    Viel aufrichtiger wäre eine Frage der CDU an die Wähler, in der Art von "Wollt Ihr die totale Merkel?" und als Antwort steht zur Auswahl "Ja" oder "Ja". Diejenigen, die weiterhin von dieser Partei zum Besten gehalten werden wollen, antworten weisungsgemäß mit "Ja" - der Rest, der das nicht will, sollte im Herbst die AfD wählen.

    Ich sehe allerdings - wenn überhaupt - die AfD nur knapp über der 5%-Hürde. Laut Focus-Redakteurin und Merkel-Freundin Martina Fietz haben sich über die Hälfte der Deutschen schon festgelegt, was sie im Herbst wählen wollen.
    Das zeigt mit auch die Reife der Deutschen: Nicht mal abwarten, wie sich das noch alles auswächst, sondern stramm immer das wählen, was man ohnehin immer gewählt hat. Und die Medien unterstützen dieses Verhalten fleißig. Denn Ruhe ist erste Bürgerpflicht.

  • Wenn ich so was schon lese, Bürgerbeteiligung.
    Die CDU beantwrotet ja nicht mal EMails, wenn man ihnen mal eine schickt
    Diese CDU ist doch schon lange tot.

  • AnteSapina:
    Und Merkel wie Schäuble haben in ihrer Amtszeit die Schulden bereits um 1 Billionen Euro explodieren lassen. Diesen Irrsinn der Altparteien kann man wirklich nicht mehr wählen. Alle Entscheidungen gehen zu Lasten der deutschen Bürger, von wegen fürs Volk dasein!!!?

  • Hat es sich noch nicht bis zum Handelsblatt herumgesprochen, dass Frau Schavan nicht mehr Bundesministerin ist? Die neue Bundesbildungsministerin trägt den Namen Wanka.
    Wenigstens ist Herr von und zu Guttenberg nicht mehr als Minister geführt. Sehr aufmerksam!
    Soviel zum Thema aktuelle Berichterstattung.

  • Welche Antworten hat die Union auf: die Entwertung der Sparrücklagen; Entwertung der privaten Vorsorgen wie Renten und Lebensversicherugen; den Netto-Einkommensverfall von vielen Millionen Arbeitnehmern und Westrentnern; auf Niedriglöhne, Zeitarbeit und Minijobs, die keine Rente für später sichern; auf nie dagewesene Steuereinnahmen und trotzdem weitere Verschuldung; auf den dauer-koma-kranken Euro, dessen Rettung ein Fass ohne Boden ist; auf die Mitbestimmung der Bürger in wichtigen Europafragen; auf unbezahlbare Strompreise für breite Schichten der Bevölkerung; auf den mehrmaligen Rechtsbruch des Grundgesetzes und der EU-Gesetze (Vergemeinschaftung der Schuldenhaftung); auf die teilweise widersinnnigen EU-Bevormundungen; auf Kinderarmut und Essenstafeln in unserem Land; etc. Diese Liste könnte endlos fortgesetzt werden. Antworten haben alle Altparteien eben nicht mehr, weil sie verkrustet und verbraucht sind. Das größte Übel ist der allen Euroländern überstülpte Zwangseuro, der die länderspezifischen Merkmale nicht mehr berücksichtigt und die Südländer in die Enge treibt und ihnen das Wachstum raubt. Alles das hat die AfD (Alternative für Deutschland) erkannt und ein klares und gutes Programm entwickelt, von klugen Köpfen, denen die Altparteien das Wasser nicht reichen können. Alle Altparteien werden Stimmen an die AfD verlieren, und das mit Recht, weil die oben genannten Probleme nicht mehr bürgernah gelöst werden. Es muss ein Neuanfang her.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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