Mitschuld an Finanzkrise
Grüne wollen Oligopol der Wirtschaftsprüfer brechen

Die EU will die Macht der großen Wirtschaftsprüfer radikal beschneiden und stößt damit bei Union und FDP auf Widerstand. Die Grünen halten das für einen Fehler. Für sie sind die Berater Mitschuld an der Finanzkrise.
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Berlin/Düsseldorf„Union und Liberale schlagen sich hier auf die Seite des Oligopols der Wirtschaftsprüfer, statt marktwirtschaftliche Reformen zu ermöglichen. Dabei tragen die Wirtschaftsprüfer eine erhebliche Teilverantwortung für die Krise“, sagte der finanzpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Gerhard Schick. Risiken seien verkannt und Testate nicht eingeschränkt worden, obwohl das in vielen Fällen dringend erforderlich gewesen wäre. „Viele schwere Fehler und Versäumnisse der Wirtschaftsprüfer im Vorfeld der Krise lassen sich auch auf die Marktstruktur und den Regulierungsrahmen der Wirtschaftsprüfung zurückführen“, macht der Grünen-Politiker deutlich.

Die jetzt öffentlich gewordenen Vorschläge der EU-Kommission wiesen daher in die richtige Richtung. „Union und FDP müssen ihren Widerstand deshalb aufgeben und stattdessen die Kommissions-Vorschläge konstruktiv begleiten, wenn die richtigen Lehren aus der Krise gezogen werden sollen“, so Schick.

Nach dem Willen von Binnenmarktkommissar Michel Barnier soll es den Marktführern KPMG , Ernst & Young , Deloitte und PwC künftig nicht mehr erlaubt sein, in ein und demselben Konzern als Wirtschaftsprüfer und Unternehmensberater aufzutreten. Das geht aus einem Entwurf Barniers vor, der Reuters am Dienstag vorlag.

Die Neuregelung soll Interessenskonflikten einen Riegel vorschieben, denn Beratungsmandate sind lukrativ und könnten die Unabhängigkeit der Prüfer in Zweifel ziehen. Am Ende ist auch eine Aufspaltung der Gesellschaften denkbar. Die Pläne müssen aber noch vom Europäischen Parlament und den Mitgliedstaaten abgesegnet werden. Widerstand wird vor allem aus Großbritannien erwartet, wo die „großen Vier“ ihren Europasitz haben.

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Branche läuft Sturm gegen die EU-Pläne

Kommentare zu " Mitschuld an Finanzkrise: Grüne wollen Oligopol der Wirtschaftsprüfer brechen"

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  • Selbst schuld, wenn man die GRÜNEN nicht "bedenkt".

    Also, beim nächsten mal ausgeglicher Spenden.

  • Diese Diskussion ist ueber zwanzig Jahre alt, und nichts hat sich getan. Ich war in den 90ern selber einmal damit betraut ... und wir haben heute immernoch die alten Probleme. D entwickelt sich zum perfekten Amerika.

  • Auch hier ist meine Kommentierung top-aktuell: Diese Entwicklung war abzusehen. Hoffentlich wird nun wieder vestärkt der WP Mittelstand mit Aufträgen und Anfragen versehen. Es war wirklich schon schockierend mit anzusehen, wie die sogenannten BIG Four den klassischen WP Markt in Deutschland kaputt gemacht haben/machen. Junge Uni-Absolventen werden verbrannt, nach bestandenem WP Examen werden die Prokuristen (Manager / Senior Manager) auf die Partnerlaufbahn "vorbereitet", d.h. entweder müssen sie genauso rücksichtslos, egoistisch und machtbesessen wie die Partnerkollegen sein, oder diese Mitarbeiter/innen werden entsorgt. Hier muß ein Umdenken erfolgen! Gerade auch um das Berufsbild des Wirtschaftsprüfers wieder interessant zu machen! Die facettenreichen und sehr anspruchsvollen Aufgaben müssen dargestellt werden. Für den deutschen WP gibt es mehr Vorbehaltsaufgaben als die "klassische" Jahresabschlussprüfung.
    Der mittelständische Wirtschaftsprüfer ist viel breiter aufgestellt und sieht sich als kompetenter Ansprechpartner! Manche sagen ja bereits, dass mit der Wahl des Beirates der Wirtschaftsprüferkammer sich ein Umdenken im deutschen WP Markt vollzogen hat. Es liegt nun an uns, den mittelständischen WP's, die gebotenen Chancen zu ergreifen und auch die Gespräche mit den sogenannten Big Four zu suchen.

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