Mittelstand
BDI: Rettungsschirme reichen aus

Die mittelständischen Unternehmen sind laut einer Umfrage des BDI zufrieden mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung. Zurzeit leidet der Mittelstand unter der Weltrezession. Viele Unternehmen wollen nun Investitionen verschieben und beklagen, dass die Finanzierungsprobleme größer werden. Dennoch ist die Mehrheit der Unternehmen zuversichtlich.

BERLIN/DÜSSELDORF. Die Bundesregierung bekommt für ihr Krisenmanagement überwiegend gute Noten vom industriellen Mittelstand. In der Frühjahrsumfrage des BDI vergaben 70 Prozent der befragten Unternehmen die Schulnoten eins und zwei für die Bankenrettung. Zu den Hilfen für die Realwirtschaft und die Konjunkturpakete äußerten sich sogar 80 Prozent zufrieden. "Die Rettungsschirme sind erst einmal ausreichend", sagte Arndt Kirchhoff, Chef der BDI-Mittelstandsausschusses. Die staatliche Rettung einzelner Firmen, sei es Opel oder Arcandor, lehnte er ab: "Das führt nur zu Wettbewerbsverzerrungen."

Derzeit ächzt auch der Mittelstand unter der Weltrezession. Besonders die exportorientierte Industrie wird vom Einbruch des Welthandels schwer getroffen. Momentan liegt das Niveau des Auftragseingangs bei lediglich gut 80 Prozent dessen, was vor dem jüngsten Aufschwung 2005 gemessen wurde. Neue Konjunkturdaten signalisierten gestern, dass eine durchgreifende Erholung der Wirtschaft im zweiten Quartal noch nicht zu erwarten ist. Zwar blieb die Industrie im April von einem neuerlichen Auftragsrückgang verschont; doch stehen die Ampeln angesichts eines ebenso großes Auftragsvolumens wie im März keineswegs schon wieder auf grün. "Der freie Fall dürfte jetzt gestoppt sein", sagte Matthias Huth von der Landesbank Baden-Württemberg. Die Wirtschaft stabilisiere sich auf niedrigem Niveau.

Etwas schwächer als im Vormonat verlief im April das Auslandsgeschäft der Industrie: die Order sanken um 0,5 Prozent. Dagegen legte das Inlandsorder um 0,6 Prozent zu. Die Konsumgüterhersteller erhielten 2,6 Prozent mehr Bestellungen, die Produzenten von Vorleistungen sechs Prozent. Die Investitionsgüterhersteller verbuchten nach dem kräftigen Anstieg im Vormonat 4,4 Prozent weniger Aufträge.

Vorerst dürfte "eine volatile Seitwärtsbewegung" das Bild prägen, erwarten die Postbank-Volkswirte. HSBC Trinkaus geht davon aus, dass der Tiefpunkt der Auftragslethargie im Februar verzeichnet worden sei. Laut Bundeswirtschaftsministerium haben sich auf mittlere Sicht "die Aussichten spürbar verbessert".

Auch der Mittelstand blickt mehrheitlich zuversichtlich ins nächste Jahr: 40 Prozent der Befragten erwarten, mittelfristig gestärkt aus der Krise hervorzugehen, 37 Prozent rechnen eher mit einer dauerhaften Schwächung der eigenen Position.

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