_

Mittelstand: Berlin warnt Brüssel vor neuen Berichtspflichten

exklusiv Das Bundeswirtschaftsministerium wehrt sich gegen Pläne der EU-Kommission, den Mittelstand mit Berichtspflichten zur Corporate Social Responsibility zu belasten. Die Forderung: Die Berichte müssten freiwillig bleiben.

CSR steht für verantwortliches unternehmerisches Handeln. Quelle: Pascal Behning
CSR steht für verantwortliches unternehmerisches Handeln. Quelle: Pascal Behning

BerlinIn einem Schreiben von Wirtschaftsstaatssekretär Ernst Burgbacher an den Vize-Präsidenten der EU-Kommission, Antonio Tajani, heißt es, CSR müsse sich „weiterhin an dem Prinzip der Freiwilligkeit für alle Unternehmen orientieren“. Mit einem zum Teil verbindlichen CSR-Konzept würde die Kommission gegen das von ihr selbst gesetzten Ziel verstoßen, Bürokratie abzubauen, heißt es in dem Brief, der dem Handelsblatt vorliegt.

Anzeige

Die EU-Kommission hat für Dienstag eine Mitteilung zum CSR-Bereich angekündigt. Burgbacher rechnet mit einem Kurswechsel der Kommission, verbunden „mit einem höheren Grad an Verbindlichkeit“ und zusätzlichen Pflichten für die Unternehmen. CSR steht für verantwortliches unternehmerisches Handeln und bezeichnet zugleich die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung durch Unternehmen.

Zentraler Orientierungspunkt in Deutschland ist die vor einem Jahr vom Bundeskabinett verabschiedete CSR-Strategie. Sie setzt auf Freiwilligkeit. Im Wirtschaftsministerium heißt es, die Kommission plane dagegen eine umfassende Regulierung, möglicherweise gar eine verpflichtende Sozialberichterstattung sowie Vorgaben zu Feldern wie Handelspolitik und Beschaffung. Das Wirtschaftsministerium betrachtet die Entwicklung mit Sorge. „Die Unternehmen sollten selbst darüber entscheiden können, ob und in welcher Form sie sich gesellschaftlich engagieren und darüber Bericht erstatten wollen“, schreibt Burgbacher.

Für börsennotierte Unternehmen ist eine regelmäßige CSR-Berichterstattung zwar längst zur Routine geworden. Für den Mittelstand jedoch würde sie eine erhebliche zusätzliche Belastung darstellen. Wirtschaftsverbände wehren sich seit geraumer Zeit gegen Bestrebungen, das Thema CSR verbindlich zu regeln. Aus Sicht der Wirtschaft würde die damit verbundene zusätzliche Bürokratie den Zielen der Bundesregierung grundsätzlich entgegen stehen. Die schwarz-gelbe Koalition war angetreten, die Bürokratie für die Wirtschaft abzubauen und gerade Berichts– und Dekumentationspflichten zu streichen. Sie verursachen in den Unternehmen jährlich Milliardenkosten.

  • 25.10.2011, 11:30 UhrAnonymer Benutzer: sterbende_demokratie

    Wer immer noch glaubt jemals mit diesem sich immer fester manifestierenden supranationalen Europa Bürokratie abbauen zu können, befindet sich ideologisch immer noch in der Moskauer Vergangenheit.

    In Wahrheit hat Zentralismus in allen Systemen immer nur zu noch MEHR an Bürokratie geführt.

    Eine der gefährlichsten Begleiterscheinung dieser totalitären und zwischenzeitlich auf alle Bereiche ausufernden Kontrolle ist zweifelsohne das dabei permanent selbsternannte Eliten über Fachbereiche diktieren von denen Sie keine Ahnung haben.
    Sozialismus ist und bleibt eben Sozialismus!

    Alles scheint sich langsam zu wiedeholen...

    Gut zu wissen das dieser Zentralwahnsinn aber langsam auch denen zu schaffen macht, die Jahrelang wirklich von dieser verdammten EU und ihrem wertlosen Spielgeld profitiert haben. Das ist nun eben der "formalistische Preis" für die hochgelobten zollfreie Exporte in Länder die anschreiben lassen -Die totale Kontrolle!
    Irgendwann kriegt halt jeder die Quittung.

  • 25.10.2011, 06:12 UhrAnonymer Benutzer: Koboldo

    Die Eingriffe Brüssels in das tägliche Leben sind bereits heute ins Unerträgliche gegangen. Der Wasserkopf Brüssel ist dringend zu reformieren!

  • 24.10.2011, 23:41 UhrAnonymer Benutzer: Wutbuerger

    In Brüssel hockt zuviel Bürokratengesindel. Es wird in den nächsten Jahren geordent in seine Heimatländer ausgeschafft und mit standesgemäßen Aufgaben wie Küchenputzen, Spargelstechen und Tagebau beauftragt werden.

  • Die aktuellen Top-Themen
Studie: Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Wenn zwei Unternehmen um ein anderes streiten, bedeutet das oft nicht Gutes für den Gewinner. Denn bei Übernahmen können die Sieger die Erwartungen oft nicht erfüllen. Profiteur ist - der Verlierer.

Die Linke: Ulrich Maurer greift Parteispitze an

Ulrich Maurer greift Parteispitze an

In der Linken mehrt sich der Protest gegen die Parteispitze und den Zustand der Partei. Fraktionsvize Ulrich Mauer fordert eine radikale Verjüngungskur - und mehr Frauen. Denn in diesem Punkt hapert es gewaltig.

IWF-Chefin wird deutlich: Lagarde zeigt wenig Mitleid für die Griechen

Lagarde zeigt wenig Mitleid für die Griechen

Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds, hält den Druck auf Griechenland für angemessen. Ihr Ratschlag an die Griechen: „Sie sollten sich alle zusammen selber helfen, indem sie ihre Steuern zahlen.“