Mittlere Qualität bei hohen Kosten – Bundesregierung sieht ihre Politik dennoch bestätigt
Neue OECD-Studie gibt deutschem Gesundheitssystem schlechte Noten

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland sind so hoch wie in fast keinem anderen Industrieland der Welt – dennoch ist der Gesundheitszustand der Deutschen im Vergleich nur mittelmäßig. Dies zeigt eine neue Studie der Pariser Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

ost/pt DÜSSELDORF/BERLIN. Das Bundessozialministerium begrüßte die Studie und kündigte weitere gesetzliche Maßnahmen an, um Missstände abzustellen. Der Gesundheitsökonom und Berater der Bundesregierung Karl W. Lauterbach warnte gegenüber dem Handelsblatt davor, die Ergebnisse zu zerreden. „Das ist ein Befund, der von der Politik so ernst genommen werden muss wie die PISA-Studie.“

Im Vergleich zu den meisten anderen Industrieländern geben die Deutschen laut OECD im Schnitt ein Drittel mehr für ihre Gesundheit aus: Pro Kopf summieren sich die Gesundheitsausgaben auf 2 808 US-Dollar, im Durchschnitt der Industrieländer sind es nur 2 117 Dollar. Nur drei Länder lassen sich die Gesundheit noch mehr kosten: die USA, die Schweiz und Norwegen. Insgesamt pumpt Deutschland 10,7 % seines Bruttoinlandsprodukts in den Gesundheitssektor. Noch mehr sind es nur in den USA (13,7 %) und der Schweiz (10,9 %).

Gesünder sind die Deutschen deswegen nicht: Bei nahezu allen Kennzahlen zum Gesundheitszustand liegt die Bundesrepublik nur im Mittelfeld. So hat ein neugeborenes Mädchen hier zu Lande eine statistische Lebenserwartung von 80,7 Jahren. In Japan dagegen sind es 84,6 Jahre – dabei gibt das Land mit 7,6 % des BIP deutlich weniger für Gesundheit aus. Während hier von 100 000 Männern pro Jahr 182 an einen Herzinfarkt sterben, sind es in Spanien nur 97 – obwohl dort die Pro-Kopf-Ausgaben für Gesundheit mehr als 40 % niedriger sind.

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