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Moderation TV-Duell: Raab will - aber die Deutschen wollen Raab nicht

exklusivDer Entertainer Stefan Raab schreckt vor nichts zurück. Jetzt will er auch das TV-Duell zwischen Steinbrück und Merkel mitmoderieren. Die Mehrheit der Deutschen kann er damit aber nicht überzeugen.

Stefan Raab. Quelle: dpa
Stefan Raab. Quelle: dpa

BerlinKein Geringerer als der CSU-Ehrenvorsitzende Edmund Stoiber hat den Stein ins Rollen gebracht. Er regte an, Stefan Raab als Co-Moderator für das Kanzlerduell zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück einzusetzen, um insbesondere jüngere Deutsche wieder für Politik zu begeistern. Aus der FDP und der CSU kamen prompt positive Reaktionen und auch Merkel kann sich das durchaus vorstellen. Nur Steinbrück winkte ab. Zunächst jedenfalls.

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Erst lehnte Der SPD-Kanzlerkandidat Raab mit der Begründung ab, dass Politik "keine Unterhaltungssendung, sondern ein ernstes Geschäft" sei, dann ruderte er plötzlich wieder zurück und ließ alle Welt via „Bild“ wissen, wenn Merkel auch mit Raab einverstanden sei, „wird es so geschehen“.

Merkel spreche sich weder für noch gegen einen bestimmten Moderator aus, betonte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Die Journalisten, die die Fragen stellen, würden selbstverständlich von den Fernsehsendern benannt.

Merkels Bilanz Die Regierung der Rücktritte

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Inzwischen hat sich auch Raab festgelegt. Dem Medienmagazin DWDL.de sagte er: „Wenn man junge Leute erreichen will, muss man auch dahin gehen, wo sie sind.“ Er sei zudem an politischen Themen interessiert, weswegen er ja auch nicht erst seit gestern politische Sendungen mache. „Außerdem nehme ich gerne neue Herausforderungen an“, betonte Raab.

Rückendeckung von ProSiebenSat.1-Nachrichtenchef Peter Limbourg sowie der Sendergruppe habe er bereits. „Ich würde mir sogar wünschen, dass das Duell bei ProSieben ausgestrahlt wird. Da hätte man zusätzlich die Möglichkeit, ein Publikum zu erreichen, das man sonst nicht erreichen würde“, erklärte Raab.

Wie SPD und Grüne den Bundesrat nutzen wollen

  • Mehrheitsverhältnisse

    Wenn die rot-grüne Landesregierung in Niedersachsen im Amt ist, werden die von SPD und Grünen alleine oder gemeinsam regierten Länder über 32 der 69 Sitze im Bundesrat verfügen. Eine Mehrheit kommt daher nur mit den vier Stimmen des rot-roten Brandenburgs zustande. Und die Linke will mitreden bei den Bundesratsbeschlüssen.

  • Mindestlohn

    Einen flächendeckenden, gesetzlichen Mindestlohn verlangen SPD und Grüne ebenso wie die Linke. Differenzen gibt es aber über dessen Höhe. Während SPD und Grüne für einen Betrag von 8,50 Euro eintreten, verlangt die Linke zehn Euro. Weil die Linke derzeit aber alles daran setzt, sich als Partner von Rot-Grün anzudienen, dürfte eine Einigung nicht allzu schwer werden.

  • Betreuungsgeld

    Es ist das erklärte Ziel von SPD und Grünen, das umstrittene Betreuungsgeld zu stoppen. Eine Gesetzesinitiative des Bundesrates dazu wird nicht an den Linken scheitern. Theoretisch könnte die Familienleistung noch vor dem geplanten Start im August gestoppt werden. Doch auch eine Bundesratsinitiative zum Betreuungsgeld dürfte von Schwarz-Gelb im Bundestag abgeschmettert werden.

  • Steuerbetrug

    Die SPD verlangt unter Hinweis auf geschätzte Mindereinnahmen von jährlich 150 Milliarden Euro durch Steuerbetrug eine mehrstufige Strafandrohung gegen beteiligte Finanzinstitute. Dazu gehören Strafzahlungen, die Abberufung der Geschäftsführung und schließlich der Entzug der Banklizenz. Zudem fordert die SPD den Aufbau einer bundesweiten Steuerfahndung, ähnliches vertritt auch die Linke. Sie drängt auf eine Bundesfinanzpolizei.

  • Wohnungsmieten

    Angesichts der explodierenden Wohnkosten in Ballungszentren fordern die Sozialdemokraten, bei Neuvermietungen dürfe die Miete nicht mehr als zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Bei Bestandsmieten soll die Mieterhöhung auf maximal 15 Prozent in vier Jahren begrenzt werden. Auch hier dürfte eine Einigung der Opposition nicht schwer fallen - auch wenn die Linke weitergehende Forderungen hat. Sie will Mietsteigerungen bei bestehenden Verträgen nur im Rahmen der Inflationsrate erlauben und bei Neuvermietungen generell verbieten.

  • Gesetze von Schwarz-Gelb

    Für die im Bundesrat zustimmungspflichtigen Gesetze ändert sich mit den neuen Verhältnissen im Bundesrat nichts, weil es eine schwarz-gelbe Mehrheit in der Länderkammer jetzt schon nicht mehr gibt. Anders sieht es bei den zustimmungsfreien Gesetzen aus: Hier kann der Bundesrat mit der Oppositionsmehrheit durch die Anrufung des Vermittlungsausschusses ein Gesetz verzögern.

    Das kann gegen Ende der Legislaturperiode bedeutsam werden. Denn der Bundestag kann einen Einspruch des Bundesrates zwar mit der Kanzlermehrheit zurückweisen, dies muss aber in der laufenden Wahlperiode geschehen. Fällt ein entsprechender Bundestagsbeschluss nicht mehr vor dem Wahltermin, ist das Gesetz gescheitert.

„Wir finden, dass das die konsequente Weiterführung des politischen Engagements ist, das wir seit 2005 bei ProSieben betreiben. Zu den beiden vergangenen Bundestagswahlen haben wir ja jeweils erfolgreiche Wahl-Sendungen gezeigt,“ sagt der Raab.

Bei den TV-Zuschauern allerdings verfängt die Raab-Debatte nicht. Das ergab eine Umfrage des Online-Marktforschungsinstituts Mafo im Auftrag von Handelsblatt Online. In der repräsentativen Erhebung wurden 650 Menschen gefragt, ob Raab beim Kanzlerduell als Co-Moderator eingesetzt werden sollte. 64 Prozent der Befragten beantworteten die Frage mit „Nein“ (64,6 Prozent der Männer und 63,7 Prozent der Frauen). 36 Prozent der Befragten befürworteten einen Einsatz Raabs.

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Selbst in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen findet Raab als möglicher TV-Duell-Moderator keine große Zustimmung: Von den 18- bis 30-Jährigen votieren 52,6 Prozent gegen Raab (47,4 Prozent sind für ihn), von den 31- bis 45-Jähringen sagen 66,7 Prozent „Nein“ (33,3 Prozent sind für ihn).

  • 15.02.2013, 13:52 UhrWiderstand

    Absolutes Schmierentheater! Am besten wir wählen den Bundestag gar nicht mehr, sondern küren den Gewinner vom Dschungelcamp oder irgendsoeinem Quatsch zum Kanzler.

    Bei der Qualität unseres politischen Personals würde keiner den Unterschied bemerken. Im Übrigen muss doch der/die Kanzlerin sowieso nur "alternativlos" die Schecks aus Brüssel unterschreiben. Gedacht bzw. Raubzüge geplant wird längst woanders (z.B. bei Goldman-Sachs, sogar mit göttlichem Segen, wie wir vom dortigen Vorstand wissen).

    Fürs Kanzleramt reicht zum Unterschreiben mittlerweile auch ein dressierter Affe und der ist mit ein paar Bananen am Tag billiger im Unterhalt.

    Zumindest würde die Diskussion mit Raab auch symbolisch das Ende einer ernstzunehmenden Demokratie besiegeln. Insofern wäre es sogar eine ehrliche Sendung.

  • 15.02.2013, 14:05 UhrForist

    Dirk Müller sollte das machen - nicht Raab.

  • 15.02.2013, 14:11 Uhrkfvk

    Leider ist es wirklich so, dass damit die Bundestagswahl auf Ramschniveau absinkt. Wenn die Politik sich mit Raab verbrüdert, zeigt sie doch für was sie das alles hält: Klamauk und Volksbelustigung -- gleichzeitig zeigt sie auch, was sie von den Wählern hält: alle nicht besser als die, die jeden Schwachsinn im TV konsumieren.
    Politiker, die so denken, wähle ich nicht. Ob ich andere wähle oder meinen Wahlzettel ungültig mache, muss ich noch überlegen. Auf alle Fälle gibt es von mir keine Wahlkampfkostenpauschale an die Teilnehmer bei einer solchen Veranstaltung.

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