Mögliche Niederlage in Hessen: Koch warnt CDU vor „schwerwiegenden Folgen“

Mögliche Niederlage in Hessen
Koch warnt CDU vor „schwerwiegenden Folgen“

Für Roland Koch und die CDU wird es in Hessen immer enger. Nachdem sich ehemalige Polit-Größen wie Joschka Fischer für die Konkurrenz ins Zeug legen, fühlt sich Koch offenbar etwas übergangenen. Nun richtete er eine dramatischen Warnung an seine eigene Partei.

HB WIESBADEN. Wenige Tage vor der Landtagswahl in Hessen hat Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat seine Partei vor den Folgen einer Niederlage in seinem Bundesland gewarnt. "Hessen ist eine wichtige Richtungswahl auch für die nationale Politik", sagte Koch in einem Interview der Illustrierten "Bunte".

"Wenn wir es in Hessen nicht schaffen, dem Angriff der drei linken Parteien zu widerstehen, dann wird das auch schwerwiegende Folgen für das Wahljahr 2009 haben", sagte Koch. Es werde dann auch "sehr viel schwerer, auf der nationalen Ebene wieder eine CDU-geführte bürgerliche Regierung" hinzubekommen. Die Wahl in Hessen sei ein Gradmesser für die Chancen von 2009.

Nach einer neuen Forsa-Umfrage liegen SPD und CDU in Hessen erstmals gleichauf bei 38 Prozent. Im Vergleich zur Landtagswahl 2003 würde die CDU damit fast elf Punkte verlieren, während die SPD beinahe neun Punkte zulegen könnte. Für die FDP entschieden sich in der Umfrage neun Prozent der Hessen (plus 1,1), für die Grünen sieben Prozent (minus 3,1). Der Linkspartei könnte mit fünf Prozent der Einzug in den Landtag gelingen.

Könnten die Hessen ihren Regierungschef direkt wählen, würden sich 39 Prozent für die Herausforderin Andrea Ypsilanti (SPD) und 38 Prozent für Amtsinhaber Koch entscheiden. Die Umfrage wurde im Auftrag der "Frankfurter Rundschau" vom Forsa-Institut zwischen dem 14. und 18. Januar durchgeführt. Damit sind Einflüsse auf die Wählerstimmung durch die Äußerungen des ehemaligen Bundesministers Clement noch nicht enthalten. Er hatte Ypsilanti vorgeworfen, ihre energiepolitischen Pläne gefährdeten die hessische Industrie.

Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel riet ihrer Partei, sich durch die sinkenden Umfragewerte "nicht verrückt machen zu lassen". Es gelte jetzt zu kämpfen, sagte die Kanzlerin in einem NDR-Interview. Nach dem kommenden Sonntag werde die große Koalition in Berlin trotz der Zuspitzung in den Wahlkämpfen ihre Arbeit fortsetzen. "Ich bin mir sicher, dass wir zur Regierungsarbeit zurückfinden." In Hessen, wo die CDU bislang allein regiert, gilt der Ausgang inzwischen als völlig offen. In Niedersachsen lassen die Umfragen vermuten, dass Union und FDP ihr Bündnis fortsetzen können.

Unterstützung erhält CDUler Koch indes von der Schwesterpartei CSU. Nach dem früheren Grünen-Vorsitzenden Joschka Fischer griff auch der ehemalige CSU-Chef Edmund Stoiber in den hessischen Landtagswahlkampf ein. Der frühere bayerische Ministerpräsident und heutige EU-Experte für Bürokratieabbau spricht nach einer Mitteilung seiner Partei auf einer CDU - Kundgebung im Schlosspark Großen-Buseck bei Gießen. Stoiber will nach Darstellung der CSU "seinem alten Freund Roland Koch beispringen" und vor einer Neuauflage der rot-grünen Koalition in Hessen warnen.

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