Mögliche Übernahme
Opel: Bundesregierung geht auf Magna zu

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) berät nach Angaben des Wirtschaftsministeriums Anfang kommender Woche mit dem Autozulieferer Magna über dessen Interesse an einem Einstieg bei Opel. "Magna ist ein potenziell interessanter Partner", sagte Guttenberg dem "Spiegel" laut Vorabbericht.

HB BERLIN. "Wir werden einen Einstieg selbstverständlich ernsthaft prüfen." Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums sagte am Samstag, es würden aber mit mehreren Investoren Gespräche über Möglichkeiten zum Einstieg beim Autobauer Opel geführt.

Neben dem österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna gilt auch der italienische Autobauer Fiat als Interessent. Opel will sich von seiner vor der Insolvenz stehenden US-Mutter General Motors trennen und sucht dringend einen Partner. Dieser ist für die Bundesregierung Voraussetzung für eine Staatsbürgschaft.

Guttenberg wies laut "Spiegel" Kritik von SPD und Gewerkschaften an Beteiligungsgesprächen mit Fiat zurück. Sie schwäche die deutsche Verhandlungsposition, sagte der CSU-Politiker. Die Regierung werde "auch beim Fiat-Konzept sehr genau prüfen, wie viele Standorte und Arbeitsplätze in Deutschland erhalten werden können".

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat Beschäftigungs- und Standortgarantien von möglichen Investoren für den angeschlagenen Autobauer Opel gefordert. "Jeder Investor muss Opel Deutschland stärken. Wer in Deutschland Werke schließen und Arbeitsplätze abbauen will, ist kein geeigneter Opel-Partner", sagte Tiefensee der "Bild am Sonntag".

Tiefensee warnte vor möglichen Versuchen potentieller Investoren über Opel an deutsche Staatsbürgschaften zu kommen: "Einem solchen Missbrauch muss ein Riegel vorgeschoben werden." Auf die Frage, ob das Land Thüringen zur Not das gefährdete Opel-Werk in Eisenach kaufen sollte, antwortete der auch für den Aufbau Ost zuständige Tiefensee: "Eine staatliche Beteiligung für einen eng begrenzten Zeitraum kann als letzte Lösung notwendig sein. Alles, was vernünftig ist und zukunftsfähige Arbeitsplätze rettet, muss der Staat tun."

SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier warnte vor einem Zusammenbruch von Opel. "Wenn Opel stirbt, brechen industrielle Strukturen weg, insbesondere bei Entwicklung und Forschung", sagte Steinmeier bei einer Veranstaltung seiner Partei in Halle/Westfalen. "Ich will, dass die Arbeitsplätze von Opel in Deutschland langfristig gesichert werden. (...) Was in der Krise an industriellen Arbeitsplätzen wegbricht, kommt nach der Krise nicht wieder."

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