Monatsbericht
Bund und BDI: Ende der Krise nicht in Sicht

Eine Ende des drastischen Wirtschaftsabschwungs in Deutschland ist nicht in Sicht. Die Konjunkturindikatoren zeigten mehrheitlich eine weitere Verschlechterung gegenüber dem vierten Quartal 2008 an, schreibt das Finanzministerium im aktuellen Monatsbericht. Darin wird auch deutlich, wie sehr die Krise den Haushalt belastet.

HB BERLIN. „Die vorlaufenden Indikatoren signalisieren, dass die Schwächephase vorerst noch anhalten dürfte“, heißt es. Die Exporte gingen massiv zurück, auf dem Arbeitsmarkt hinterlasse die Rezession immer deutlichere Spuren. An der Preisfront zeichne sich dagegen eine weitere Beruhigung ab.

Die rasch voranschreitende Abschwächung der Weltkonjunktur schlage sich zunehmend in einem Rückgang der Exporte nieder. „Ein Ende des Abschwungs im Auslandsgeschäft ist bislang nicht in Sicht“, heiß es in dem Bericht. Ausgehend von der Prognose der Weltbank, die erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg ein Schrumpfen der globalen Wirtschaft erwartet, sei vorerst keine Belebung der weltwirtschaftlichen Nachfrage zu erkennen. Auch die Aussichten für die Industrieproduktion seien sehr schlecht.

Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel, sieht eine ähnliche Entwicklung. Im Interview mit der „Bild“-Zeitung warnte der BDI-Chef vor einer längeren Rezession der deutschen Wirtschaft. „Solange wir den Boden noch nicht sehen können, gibt es keinen Anlass zur Entwarnung“, sagte der BDI-Chef. Die Gefahr, dass Deutschland in eine längere Rezession rutsche, sei nicht völlig auszuschließen. Es sei eine Illusion zu glauben, dass man ganz schnell wieder aus der Krise herauskomme. Bisher sei der Tiefpunkt jedenfalls noch nicht erkennbar:

Der Monatsbericht des Finanzministeriums hat auch eine gute Nachricht: Das Konjunkturpaket zeige bereits erste Wirkung zeige. Die Auftragseingänge aus dem Inland seien im Januar im Fahrzeugbau spürbar gestiegen, was auf eine Produktionsbelebung in den nächsten Monaten hindeute. Die rege Nachfrage nach Kurzarbeit dürfte den Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar und Februar gedämpft haben, hieß es weiter. Für die meisten Maßnahmen – insbesondere Kredit-, Bürgschafts- und Förderprogramme sowie öffentliche Investitionen – sei es aber noch zu früh, um Effekte ausmachen zu können.

In den kommenden Monaten dürften sich sowohl der Anstieg der Arbeitslosigkeit als auch der Rückgang der Erwerbstätigenzahl fortsetzen und verstärken, schreiben die Experten des Finanzministeriums. Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit sei in den vergangenen Monaten steil gestiegen. „Das hohe Niveau der Anzeigen von Kurzarbeit – die ein vorlaufender Indikator für die zukünftige Inanspruchnahme sind – signalisiert, dass es in den nächsten Monaten zu einer weiteren Zunahme der Kurzarbeit kommen wird.“ Dadurch dürfte der Anstieg der Arbeitslosigkeit etwas abgemildert werden.

„Die zunehmende Verschlechterung der Situation auf dem Arbeitsmarkt – und die damit einhergehenden Belastungen für die verfügbaren Einkommen – dürften den privaten Konsum in der nahen Zukunft beeinträchtigen.“ Die zuletzt positiven Signale für etwas mehr Kauflust würden durch die anhaltende Unsicherheit hinsichtlich der Wirtschafts- und Finanzmarktkrise überlagert. Dies belaste das Konsumentenvertrauen weiter.

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