„Monopolartiges Unternehmen“
De Maizière und Voßhoff üben harte Kritik an Google

Der Bundesinnenminister Thomas de Maizière die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff äußern sich im Gleichklang kritisch über den Datenriesen Google. Dessen Verwaltungsratschef Schmidt besucht derzeit Berlin.
  • 3

BerlinZum Besuch von Google-Verwaltungsratschef Eric Schmidt in Berlin wird erneut Kritik an dem US-Konzern laut. „Wir haben es mit einigen fast monopolartigen Unternehmen zu tun, die über eine Vielzahl von Daten verfügen, ohne dass wir konkret wissen, was genau sie damit machen“, kritisiert die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff im Interview mit dem Handelsblatt (Dienstagausgabe). „Je mehr Informationen an einer Stelle konzentriert werden, desto mehr Fragen wirft das auf“, ergänzte die CDU-Politikerin. Das sehe sie mit Sorge.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) kündigte an, über die EU-Datenschutzgrundverordnung Druck auf Unternehmen wie Google oder Facebook auszuüben. „Die Bedeutung des Datenschutzes als Wettbewerbsfaktor darf nicht unterschätzt werden“, sagte er. „Dies wollen wir bei der jetzt anstehenden EU-Datenschutzreform berücksichtigen.“ Deshalb müssten sich in der EU künftig auch US-Firmen an das einheitliche europäische Datenschutzrecht halten.

De Maizière hatte zuvor bereits strenge rechtliche Grenzen für die Bildung von Persönlichkeitsprofilen der Nutzer durch Internetfirmen gefordert. Voßhoff stützt diesen Vorschlag: „Wir sollten versuchen, Spielregeln für die Profilbildung zu entwickeln, um die Risiken der neuen technischen Möglichkeiten ein Stück weit zu begrenzen“, sagte sie. Ansätze dafür fänden sich in der Datenschutzgrundverordnung, „sie könnten aber noch deutlich weitergehen“.

Till Hoppe
Till Hoppe
Handelsblatt / Europa - Korrespondent in Brüssel

Kommentare zu " „Monopolartiges Unternehmen“: De Maizière und Voßhoff üben harte Kritik an Google"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die Politiker sollten sich erst einmal fragen warum Google bei uns einen so hohen Marktanteil hat, denn dieses entscheiden ja die Nutzer. Natürlich sieht es nach einem Monopolverhalten aus, wenn Google Werbefirmen verbietet woanders zeitgleich Anzeigen auf anderen Plattformen zu schalten. Auch sollte das Ranking in bei den Suchergebnissen fair sein und Google eigene Werbung als solche zu erkennen sein. Der Algorithmus ist aber Googles geistiges Eigentum. Unabhängig vom Datenschutzrecht behalte ich mir vor selber zu entscheiden welche Daten von mit anonym weitergegeben werden. Das könnte durch Anklicken auf einer Auswahlliste geschehen.

  • Zitat aus dem Artikel:
    "De Maizière hatte zuvor bereits strenge rechtliche Grenzen für die Bildung von Persönlichkeitsprofilen der Nutzer durch Internetfirmen gefordert"

    Fordern, fordern, Forderungen...!

    De Maiziere macht das, was er immer macht. Er fordert! Erreicht hat er sogut wie gar nichts. Von De Maiziere gibt es kaum einen brauchbaren Vorschlag schon gleich gar keinen, der erstens umgesetzt wurde und zweitens auch noch der Bundesrepublik Deutschland je genutzt hat.

    Er geht eher in die Geschichte als Drohnenminister ein, der von der Leyen beim Bund einen Scherbenhaufen überlassen hat!

  • Ich finde es sehr interesant wie Thomas de Maiziere und Andrea Voßhoff sich Sorgen machen um die Datensammlungen bei Google, wobei wir von diversen deutschen Sammelstellen (wie z.B. Krankenkassen, Versicherungen, Finanz- und Steuerbehörden, Printmedien etc.) ungefragt im Hintergrund ohne für mich praktikablen Vorteilen überwacht werden. Bei Google hilft mir schon, wo ich im Notfall mich befinde, wer mir hilft oder weitere Infos zukommen lassen kann, denn ich habe nichts zu verbergen. Wer garantiert mir, daß Krankenkassen, Versicherungen oder staatliche Institutionen vor Weitergabe meiner sensiblen Daten mich um Erlaubnis fragt ?
    Als ehrlicher unbescholtener Bürger kann und darf Google Daten für meine Dienste und freie Verwendung sammeln was auch Sinn und Zweck für ein freies unzenziertes WWW wäre.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%