Montgomery spricht von „Debakel"
Marburger Bund will gegen Kompromiss klagen

Die Anerkennung von Bereitschaftsdienten von Ärzten als Arbeitszeit soll nach dem Willen des Vermittlungsausschusses noch auf sich warten lassen. Ärztegewerkschaftschef Montgomery bezeichnete diese Pläne als „Debakel".

HB DÜSSELDORF. Der Marburger Bund wird gegen den von der Expertengruppe des Vermittlungsausschusses getoffenen Kompromiss beim Arbeitszeitgesetz vor den Europäischen Gerichtshof ziehen, falls dieser Kompromiss Gesetz wird. Das sagte der Vorsitzende der Ärztegewerkschaft, Frank Ulrich Montgomery, dem Handelsblatt.

Die zuständige Arbeitsgruppe des Vermittlungsausschusses hat sich darauf verständigt, dass der Bereitschaftsdienst von Ärzten erst nach einer Übergangszeit von eineinhalb bis zwei Jahren als volle Arbeitszeit gelten soll, wie das Handelsblatt aus Koalitionskreisen erfuhr. Nach einem entsprechenden Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom September sollte die Änderung ursprünglich schon am 1. Januar 2004 in Kraft treten.

Montgomery bezeichnete die jetzt geplante Verschiebung als „Debakel" und „gegen die Interessen des Mitarbeiter- und Patientenschutzes gerichtet".

Zuvor hatte EU-Sozialkommissarin Anna Diamantopoulou angekündigt, den Streit um die Bereitschafen zu entschärfen. „Mitgliedstaaten sollen selbst entscheiden, ob sie Bereitschaftsdienste als Arbeitszeit werten oder nicht“, sagte die griechische Kommissarin in einem Zeitungsinterview. Sie stellte dazu noch im Dezember eine Neuregelung der EU-Arbeitszeitrichtlinie in Aussicht.

Seite 1:

Marburger Bund will gegen Kompromiss klagen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%