Müntefering hält an seinem Kandidaten Wasserhövel fest
Streit um SPD-General verschärft

Im innerparteilichen Streit über den neuen SPD-Generalsekretär lässt es Parteichef Franz Müntefering auf eine Machtprobe ankommen. Er werde an dem Vorschlag festhalten, seinen Vertrauten Kajo Wasserhövel zum Nachfolger des aus dem Amt scheidenden Klaus Uwe Benneter zu machen.

HB BERLIN. Das kündigte Müntefering in einem Interview der „Bild am Sonntag“ an. Nach Presseberichten will auch die Wortführerin der SPD-Linken, Andrea Nahles, ihre Kandidatur anmelden. Sie kann sich nach Informationen der „Bild am Sonntag“ auf 20 von 45 Mitgliedern des SPD-Vorstandes stützen. Mehrere SPD-Landesvorsitzende wie Wolfgang Jüttner aus Niedersachsen und Heiko Maas aus dem Saarland machten sich für Nahles stark. Dagegen warnte der rechte SPD-Flügel vor den Folgen einer Kampfabstimmung.

In SPD-Kreisen wird bei der Abstimmung über Wasserhövel mit einem knappen Ausgang gerechnet. Nach Informationen der „BamS“ haben 20 der 45 Parteivorstandsmitglieder intern zugesagt, Münteferings Vorschlag zu ignorieren und Nahles zu wählen.

„Ich habe mich für Kajo Wasserhövel entschieden, weil er für den Job die beste Wahl ist“, sagte Müntefering der „Bild am Sonntag“. Er werde seinen Vorschlag am Sonntag im SPD-Präsidium und am Montag im -Vorstand begründen. Er werte den Widerstand gegen SPD-Bundesgeschäftsführer Wasserhövel nicht als Misstrauen in seine Amtsführung. Der Parteivorstand soll eine Empfehlung für die Nachfolge Benneters beschließen. Die Wahl des neuen Generalsekretärs ist für den SPD-Parteitag im November in Karlsruhe vorgesehen.

Der saarländische SPD-Chef Maas sprach sich für Nahles aus. Die Politikerin habe in der Diskussion über das Wahlprogramm gezeigt, dass sie integrieren könne. „Mit ihr lässt sich die SPD-Linke besser in die große Koalition einbinden“, sagte Maas der „Berliner Zeitung“. Auch Jüttner setzte sich für Nahles ein. Sie vertrete gleichermaßen loyales Regierungshandeln und garantiere eine eigenständige SPD-Position über das Jahr 2009 hinaus, sagte Jüttner der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Niemand in der SPD wolle Müntefering beschädigen. „Doch kann er nicht alles allein entscheiden.“

Dagegen warnte Johannes Kahrs vom konservativen „Seeheimer Kreis“ vor den Folgen einer Kampfkandidatur. Er könne sich nicht vorstellen, dass ein Parteivorsitzender keine Konsequenzen daraus ziehe, wenn er überstimmt werde.

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