„Multikulti-Schwuchteln“
Sächsischer Sprücheklopfer verlässt die CDU

In der sächsischen Union dürften nun viele aufatmen: Der Bundestagsabgeordnete Henry Nitzsche aus Kamenz bei Dresden hat seinen Austritt erklärt. Zugleich wiederholte Nitzsche eine markig-kraftmeierische Äußerung, mit der er bundesweit traurige Bekanntheit erlangt hatte.

HB DRESDEN. „Ich habe es satt, der Buhmann zu sein“, sagte der 47-jährige Nitzsche am Freitag. Er wiederholte Vorwürfe gegen die CDU-Spitze in Sachsen. Generalsekretär Michael Kretschmer habe mehrfach erklärt, dass er diese Äußerungen nicht für bedenklich halte und sich erst später von ihnen öffentlich distanziert, kritisierte Nitzsche. Seine Ex-Partei versuche auf diese Weise, sich nach außen politisch korrekt zu verhalten und intern, die Leute bei der Stange zu halten. Von Ministerpräsident Georg Milbradt sei er zudem menschlich enttäuscht, weil der öffentlich dazu aufrufen habe, „Nitzsche von unten fertig zu machen“. Sein Bundestagsmandat werde er behalten, kündigte Nitzsche an.

Nitzsche hatte bei einer CDU-Veranstaltung gesagt, Deutschland dürfe „nie wieder von Multi-Kulti-Schwuchteln in Berlin regiert“ werden. Zudem soll er mit Blick auf den Umgang Deutschlands mit seiner Vergangenheit von „Schuldkult“ gesprochen haben. Der „Sächsischen Zeitung“ vom Freitag sagte Nitzsche: „Ich würde aber erneut den Trend benennen, dass Multikulti-Schwuchteln unser Vaterland heruntergewirtschaftet haben“.

Die NPD hat Nitzsche dazu aufgerufen, sich ihr anzuschließen und ihr damit erstmals eine Vertretung im Bundestag zu ermöglichen. Nitzsche hat sich dazu bisher nicht geäußert. Sachsen gilt als NPD-Hochburg; die Partei ist mit einer eigenen Fraktion im Landtag vertreten, die durch interne Querelen aber inzwischen arg dezimiert wurde.

Generalsekretär Kretschmer äußerte sich namens der CDU „erleichtert“ über den Austritt. Die Debatte um Nitzsche sei in den vergangenen Tagen und Wochen für die Union „bedrückend und sehr belastend“ gewesen. Es habe sich um „beleidigende Attacken“ Nitzsches gehandelt, die nicht „Teil des Unionsdenkens“ seien. Er wünsche sich nicht, „dass so etwas noch einmal vorkommt“, sagte Kretschmer.

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