Mutmaßlicher Kofferbomber
Der Vater drängte Dschihad H. zur Aufgabe

Bisher rätselten die deutschen Fahnder, warum sich der mutmaßliche Kofferbomber Dschihad H. im Libanon der Polizei stellte, war er doch extra in sein Heimatland geflohen, um unterzutauchen. Aussagen seines Vaters bringen nun Licht ins Dunkel. Es sind nicht die einzigen Details, die in dem Fall bekannt wurden.

HB BEIRUT/BERLIN. Dschihad H. darf nach Angaben aus Beiruter Sicherheitskreisen von deutschen Ermittlern befragt werden. Beamte seien bereits im Libanon und würden über die bisherigen Verhöre unterrichtet, hieß es am Donnerstagabend.

Diesen Angaben zufolge waren die Libanesen dem 20-Jährigen auf die Spur gekommen, als er vor zwei Wochen von Deutschland aus seine Familie im Libanon anrief. Hamads Vater, ein ehemaliger Armeesoldat, sei von der Polizei aufgefordert worden, seinen Sohn zur Aufgabe zu überreden. Der Vater sagte der Deutschen Presseagentur, sein Sohn sei am 3. oder 4. August in den Libanon zurückgekehrt. Als die Familie von dem Terrorverdacht erfuhr, habe sie entschieden, dass sich der junge Mann stellen müsse. Dschihad H. wurde dann am Donnerstag von seinem Vater zu einer Polizeiwache in Tripoli gebracht.

„Kein religiöser Extremist.“

Der Vater beteuerte, sein Sohn sei kein religiöser Extremist und habe keine radikalen politischen Überzeugungen. „Er hatte keine Freunde, die politisch aktiv waren, (...) und er hatte auch keinerlei Verbindung zur (radikal-islamischen) Hizb ut-Tahrir.“

Dschihad H. wird verdächtigt, am 31. Juli zusammen mit Youssef Mohamad El H. (21) Kofferbomben in zwei Regionalzügen in Nordrhein-Westfalen deponiert zu haben. Nur wegen technischen Versagens kam es nicht zur Explosion. Im Zusammenhang mit den versuchten Anschlägen ermittelt die Bundesanwaltschaft nach Informationen der „Bild“-Zeitung (Freitag) gegen zwei weitere namentlich bekannte und fünf namentlich unbekannte Personen. Ihnen werde Mitgliedschaft in beziehungsweise die Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen.

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