Mutmaßlicher zweiter Bombenleger identifiziert
Terrorachse Kiel-Köln

Der zweite Terrorverdächtige im Zusammenhang mit den versuchten Bombenanschlägen auf Nahverkehrszüge ist laut Bundesanwaltschaft identifiziert. Das teilte die Behörde am Dienstag in Karlsruhe mit. Der Mann sei allerdings flüchtig und die Durchsuchung seiner Wohnung dauere noch an.

HB KÖLN/KARLSRUHE. Zusammen mit einem bereits am Samstag in Kiel festgenommenen Libanesen soll der Verdächtige am 31. Juli explosionsfähige Kofferbomben in Zügen nach Dortmund und Koblenz deponiert haben. Die Bundesanwaltschaft erklärte, auch gegen diesen Mann Haftbefehl wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, versuchten Mordes in einer Vielzahl von Fällen und des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion beantragen zu wollen. Die Sprecherin der Behörde, Frauke-Katrin Scheuten, wollte nichts zum vermuteten Aufenthaltsort des Verdächtigen sagen.

BKA-Beamte durchsuchten seit Dienstagmittag die Wohnung des zweiten Mannes im Kölner Stadtteil Ehrenfeld. Zahlreiche BKA-Beamte sicherten den viergeschossigen Mietwohnblock. Es ist ein lang gestreckter, nicht mehr ganz neuer Wohnblock in Köln in einer Gegend, wo die Nachbarhäuser ähnlich aussehen, in einer Straße ohne besondere Merkmale. Hier wohnen Rentner, Studenten, Lehrlinge - und hier wohnte möglicherweise der zweite Verdächtige der versuchten Bombenanschläge auf Regionalzüge. Stundenlang versuchten die Spurensicherer des BKA, dem nach Angaben von Zeugen unter dem Dach gelegenen Mini-Appartement seine Geheimnisse zu entlocken.

Der Verdächtige hat sich derweil laut Medienberichten möglicherweise in den Libanon abgesetzt. Dorthin sei auch der erste Verdächtige zunächst geflohen gewesen, berichtete der WDR. Weil er nach Deutschland zurückgekehrt sei, habe er überraschend festgenommen werden können. Laut Bundesanwaltschaft wird zurzeit das persönliche Umfeld der Beschuldigten aufgeklärt.

Offenbar weiterer Terror-Verdächtiger

Unterdessen nahmen Fahnder im nordrhein-westfälischen Oberhausen offenbar einen weiteren Terror-Verdächtigen fest. Augenzeugenberichten zufolge wurde am Dienstagnachmittag in einem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Holten ein Mann abgeführt. Zunächst unbestätigten Informationen zufolge soll es sich um einen 32-jährigen Libanesen handeln. Vor dem dreistöckigen Haus befand sich am späten Nachmittag weiterhin ein starkes Polizeiaufgebot.

Nach Informationen des WDR gab es zudem in Mühlheim/Ruhr eine weitere Durchsuchung im Zusammenhang mit den gescheiterten Terroranschlägen auf zwei Nahverkehrszüge Ende Juli. Auch in Kiel durchsuchten Terror-Fahnder des Bundeskriminalamtes ein weiteres Objekt, wie der schleswig-holsteinische Innenminister Ralf Stegner mitteilte. Einzelheiten teilte Stegner aber nicht mit.

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