„Mystery Shopper“: Banken müssen keine amtlichen Testkunden fürchten

„Mystery Shopper“
Banken müssen keine amtlichen Testkunden fürchten

Keine amtlichen Testkunden für deutsche Banken: Das Bundesfinanzministerium stellt das Projekt ein. Die Finanzaufsicht Bafin wird keine „Mystery Shopper“ entsenden, obwohl Verbraucherministerin Aigner dafür war.

BerlinKünftig werden keine Testkunden im Auftrag der Finanzaufsicht Bafin die Beratungsqualität von Banken testen. „Wir sind wegen verfassungsrechtlicher Bedenken zu dem Schluss gelangt, dieses Projekt nicht weiter zu verfolgen“, sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums dem Handelsblatt.

Ähnliche Bedenken teilt das Bundesjustizministerium. Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hatte dagegen stets für dieses Vorhaben geworben, da Schwachstellen in der Bankberatung durch anonyme Testkäufer leichter entdeckt werden könnten. Die Idee war im Zuge der Finanzkrise aufgekommen, da viele Verbraucher bei ihrer Geldanlage schlecht beraten worden waren. Stiftung Warentest setzt regelmäßig „Mystery Shopper“ ein, um Banken zu testen.

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hatte daraufhin bemängelt, dass es für verdeckte Testkunden keine ausreichende Gesetzesgrundlage gäbe. Vor allem der Datenschutz, das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und die Grundrechte der Bankangestellten könnten gefährdet sein.

Verbraucherschützerin Dorothea Mohn kann die Entscheidung der Regierung nicht nachvollziehen: „Wenn die Bafin keine Prüfung der Beratung vor Ort, also in den Banken, durchführt, kann sie kaum Falsch- und Fehlberatungen erkennen.“

Der Sprecher des Finanzministeriums erklärte, die Regierung wolle nun zunächst die "Wirkweise" des Beraterregisters abwarten, das Anfang November in Kraft getreten war. Bei der Bankenaufsicht BaFin müssen seitdem alle Bankberater registriert werden; Beschwerden der Kunden werden gesammelt.

Die Einführung des Beraterregisters sei "ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Aufsicht in der Anlageberatung und damit auch ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Qualität in der Anlageberatung", erklärte der Ministeriumssprecher. Die BaFin bekomme damit ein wirksames Instrument zur Feststellung struktureller Mängel in den einzelnen Instituten und könne diese gezielt abstellen.

Mit Material von afp.


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