Nach Abkommen zum Bankdaten-Austausch
SPD-Politiker will Kapitalsteuern erhöhen

SPD-Vize Ralf Stegner fordert eine Erhöhung der Kapital-Ertragssteuer in Deutschland. Mit dem Abkommen zum Austausch von Bankdaten sei die Grundlage für die Begünstigung von Kapitaleinkünften entfallen.
  • 27

BerlinNach der internationalen Einigung zum Kampf gegen Steuerflucht dringt die SPD auf eine Erhöhung der Kapital-Ertragssteuer in Deutschland. "Es darf nicht so bleiben, dass Kapitalerträge niedriger besteuert werden als Arbeit", sagte Vize-Parteichef Ralf Stegner der "Bild am Sonntag".

Mit dem Abkommen zum Austausch von Bankdaten sei die Grundlage für die Begünstigung von Kapital-Einkünften in Deutschland entfallen, sagte der SPD-Finanzexperte Carsten Sieling dem "Spiegel". "Es ist Zeit mit der Abgeltungssteuer Schluss zu machen und sie in die Einkommenssteuer zu integrieren.

Die SPD hatte schon im Frühjahr vorgeschlagen, die Mehreinnahmen aus den Steuern auf Kapital dann zur Senkung der Lohnsteuer einzusetzen. Dies wiederum ist in der Union ein Anliegen. Die CSU kündigte an, einen entsprechenden Steuer-Beschluss zur sogenannten kalten Progression beim Parteitag im Dezember fassen.

Die Abgeltungssteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag auf Kapitalerträge war eingeführt worden, um vereinfacht über die Banken Zinsen oder Dividenden mit Abgaben zu belegen. Mit dem vergleichsweise niedrigen Steuersatz sollte zudem verhindert werden, dass Kapital ins Ausland abfließt und dort Zinsen als Schwarzgeld anfallen.

Durch das Abkommen über den internationalen Datenaustausch gilt dieses Loch nun als gestopft. Die SPD hält es jetzt für gerechter, die Einkünfte im Inland mit den individuellen Steuersätzen für Einkommen aus Löhnen und Gehältern zu belegen.

Seite 1:

SPD-Politiker will Kapitalsteuern erhöhen

Seite 2:

CSU will kalte Progression abmildern

Kommentare zu " Nach Abkommen zum Bankdaten-Austausch: SPD-Politiker will Kapitalsteuern erhöhen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Steuer erhöhen? Erst müssen Politiker für Ihre fehler aufkommen und die Steuerverschwendung aus eigener tasche zahlen. Da kommen Milliarden zusammen. Schon allein Hat persönlich ca 380 Mill. Euro Schulden gemacht!

  • Die Abschaffung der kalten Prgression bringt dem Bürger weitaus mehr ein, als ein potenzieller Schaden aus dem EURO.
    Die Besteuerung von Kapitaleinkünften sollte einfach mit dem normalen Einkommensteuersatz erfolgen. Das Gerechtigkeitsproblem liesse sich durch Anhebung der Freibeträgeentschärfen - wobei dieser natürlich ebenfalls jährlich nach oben in Höhe der allg. Preissteigerung angehoben werden sollte

  • Sparer sind die Dummen

    Der österreichische Nationalökonom Joseph Schumpeter hat das Problem der Besteuerung von Kapitaleinkommen früh erkannt: “Was der Sparer von dem gesparten Einkommensteil hat, ist der Ertrag aus seiner Investition. Dieser Ertrag wird nun durch die herrschende Praxis zweimal geschmälert. Zuerst dadurch, dass die auf die Sparsumme entfallende Einkommensteuer den Ertrag kleiner macht als er sonst wäre und sodann dadurch, dass von diesem also durch die Einkommensteuer schon verringerten Betrag nochmals Einkommensteuer zu zahlen ist.”

    Ein Sparer ist steuerlich stärker belastet wie ein Nichtsparer. Das Problem ist leider von den meisten Menschen bis heute nicht verstanden worden. Häufig wird argumentiert, dass das Kapitaleinkommen neues Einkommen sein, welches natürlich besteuert werden müsste. Erhält ein Sparer ohne Steuern 100€ Zinseinnahmen, so erhält dieser bei Einführung einer Einkommenssteuer von 50% nicht 50€ sondern nur 25€, falls Schumpeter Recht hat.
    Rechenbeispiel: Das Einkommen betrage 1000€. Dieses Einkommen wird gespart und mit 10% pro Jahr verzinst. Der Anleger erhält dann 100€ Zinseinnahmen. Das Gesamteinkommen beträgt somit 1100€.
    Was geschieht wenn eine Steuer von 50% eingeführt wird? Die Antwort scheint banal zu sein. Beträgt nach Einkommen nach Steuern nicht (1100€+100€)50%=550€?
    Das Einkommen nach Steuern beträgt dann 500€. Das Zinseinkommen vor Steuern beträgt 50€. Nach Steuer bleiben aber nur 25€ übrig. Das Gesamteinkommen beträgt somit 500€+25€=525€. Die vorschnelle Annahme war also ein Trugschluss, da die steuerliche Vorbelastung des gesparten Kapitals nicht beachtet worden ist.
    Soll diese Benachteiligung des Sparers vermieden werden, so muss entweder das gesparte Einkommen unbesteuert bleiben, wie bei der Riesterente, oder die Zinseinnahmen müssen steuerfrei sein. Der erste Fall wird als Sparbereinigung und der zweite als Zinsbereinigung bezeichnet. Beide Methoden führen dazu, dass dem Sparer 50 Euro nach Steuern bleiben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%