Nach AKW-Pannenserie
Vattenfall droht Lizenzentzug

Der Druck auf den AKW-Betreiber Vattenfall wächst: Nach dem Bekanntwerden eines weiteren Zwischenfalls muss das Atomkraftwerk Brunsbüttel auf ein Viertel seiner Leistung runtergefahren werden. Die Pannenserie könnte Vattenfall die Lizenz kosten.

HB KIEL. Am Atomreaktor Brunsbüttel hat es nach Angaben des für Reaktorsicherheit zuständigen Sozialministerium in Kiel einen weiteren Fehler gegeben. Es seien Probleme an der Messleitung zur Überwachung des Reaktorfüllstandes aufgetreten, hieß es am Montag. Offenbar werde stetig Wasserstoff eingetragen. Dies könnte zu einer Explosion führen.

Betreiber Vattenfall sei aufgefordert worden, den betroffenen Bereich der Füllstandsmessung zu spülen und habe das auch zugesagt. Hierzu müssten die Anlagenleistung verringert und der Druck im Reaktorbehälter gesenkt werden. AKW Brunsbüttel wird auf 25 Prozent runtergefahren.

Nach der Pannenserie in den Kernkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel droht Vattenfall der Entzug der Betreibererlaubnis. Die für Reaktorsicherheit zuständige Ministerin Gitta Trauernicht (SPD) kündigte an, die Zuverlässigkeit und Fachkunde des Betreibers rechtlich prüfen zu lassen.

Am Montag trafen zudem erstmals Vertreter des Bundesumweltministeriums, des schleswig-holsteinischen Sozialministeriums und des Betreibers mit unabhängigen Gutachtern in Kiel zusammen, um die Schnellabschaltungen der Atommeiler unter technischen Aspekten detailliert zu besprechen.

Hintergrund der von Trauernicht angeordneten Prüfung ist laut Ministerium der Umgang des Vattenfall-Personals mit den jüngsten Ereignissen in Brunsbüttel und Krümmel, auch im Zusammenhang mit öffentlichen Verlautbarungen Vattenfalls.

Trauernicht sagte, es müsse sich etwas ändern, und es werde sich etwas ändern. Sie würde auch nicht zögern, Vattenfall die Betreibererlaubnis zu entziehen. Aber die Hürden dafür seien sehr hoch. „Möglicherweise wird aus dem Gespräch heute mit dem Bund deutlich, dass es auch Änderungsbedarf beim Atomgesetz gibt“, sagte die SPD-Politikerin.

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