Nach Anschlag mit vier Toten
CDU und SPD streiten um deutsches Engagement in Afghanistan

Über die deutsche Strategie für die Stabilisierung Afghanistans ist nach dem Bombenanschlag mit vier Toten in der nordafghanischen Stadt Kundus ein Streit zwischen CDU und SPD ausgebrochen. Forderungen der Union nach einem Strategiewechsel wurden vom SPD-Außenpolitiker Gernot Erler zurückgewiesen.

HB BERLIN/KABUL. „Es ist unseriös, das zu verlangen - vor allem, wenn man nicht sagt, was man will“, sagte der Bundestags-Fraktionsvize der „Berliner Zeitung“. Dagegen erklärte der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Christian Schmidt (CSU), der Versuch sei gescheitert, „allein durch die Präsenz von Uniformierten Sicherheit zu erzeugen“. Es gelte nun, durch verstärkte nachrichtendienstliche Arbeit herauszufinden, weshalb die Anschläge immer näher an die deutschen Soldaten rückten.

Schmidt forderte, den Bundestag über die Entsendung von Soldaten nach Faisabad entscheiden zu lassen. Dort will die Bundeswehr ein zweites so genanntes „Regionales Wiederaufbauteam“ (PRT) stationieren. Bisher ist eine Abstimmung im Parlament nicht vorgesehen.

Bei dem Bombenanschlag in unmittelbarer Nähe eines deutschen Militärfahrzeugs im Zentrum von Kundus waren am Mittwoch vier Zivilisten getötet worden. Der Sprengsatz sei detoniert, als der von dem deutschen Wiederaufbauteam gemietete Geländewagen vorbeifuhr, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam. Weder deutsche Soldaten noch Angehörige anderer Nationen des Kontingents der internationalen Schutztruppe (ISAF) kamen zu Schaden.

Trotz des Anschlags nur knapp eine Woche nach einem tödlichen Überfall auf elf chinesische Straßenbauarbeiter in der Provinz Kundus sieht die Bundesregierung keinen Grund, ihr PRT-Konzept anzupassen. Am 2. Juni waren fünf Mitarbeiter der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ im Nordwesten Afghanistans ermordet worden.

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