Nach Becks Rückzug
„Damit sind die Probleme der Landesregierung nicht geklärt.“

Gesundheitsprobleme stecken hinter Ministerpräsident Kurt Becks Abschied. Darauf reagierte die rheinland-pfälzische CDU betroffen - und mit einer Mahnung. Der SPD könnte Becks Wunschnachfolgerin Glück bringen.
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MainzDie rheinland-pfälzische CDU hat sich "betroffen" vom Gesundheitszustand des scheidenden Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) gezeigt. "Wir respektieren seinen Rücktritt und wünschen ihm alles Gute für seine persönliche Zukunft, insbesondere für eine schnelle Genesung", erklärte der Generalsekretär der Landes-CDU, Patrick Schnieder, am Freitagabend. Zuvor hatte Beck in Mainz erklärt, aus gesundheitlichen Gründen seine Ämter aufgeben zu wollen.

Die "sachpolitischen Probleme" in Rheinland-Pfalz würden durch den personellen Wechsel indes nicht gelöst, erklärte Schnieder weiter. Er verwies dabei unter anderem auf die Nürburgring-Pleite. Im Vorfeld von Becks Ankündigung war spekuliert worden, dass sich der Minister deshalb zurückziehen würde.

Nachfolgerin von Beck wird Malu Dreyer (SPD). Dreyer gilt in Partei und Land als beliebt. Oft ist dabei von ihrem gewinnenden Wesen die Rede. Attribute wie Teamgeist und Leidenschaft fallen gerne, wenn Dreyer und ihre Arbeitsweise charakterisiert werden sollen. "Sie ist in höchstem Maße sachkompetent, eine charakterlich herausragende Persönlichkeit und sie ist ein Mensch, dem die Schicksale von Menschen sehr am Herzen liegen", beschrieb Beck seine Wunsch-Nachfolgerin in der Staatskanzlei.

Dreyer wiederum formulierte ihre Achtung vor dem Vorgänger so: „Kurt Beck hat für einen Mann eigentlich kleine Füße. Aber wenn ich mir die Fußstapfen anschaue, die er hinterlässt, habe ich Herzklopfen.“

Für die SPD könnte die Entscheidung auch ein geschickter Schachzug für die nächste Landtagswahl im Jahr 2016 sein. Dreyers Herausforderin dürfte dann CDU-Landeschefin Julia Klöckner sein, die Beck in den vergangenen Wochen vor allem wegen der Pleite am Nürburgring heftig attackiert hatte. Im Wettstreit mit Dreyer dürfte sich die Ausgangslage wieder verändern, da die designierte Ministerpräsidentin nicht allzu sehr von der Affäre belastet ist.

Zu Becks Rückzug hatte Klöckner am Freitag verlauten lassen: „Damit sind die Probleme der Landesregierung, vor allen Dingen die Probleme des Landes, die vielen ungelösten Fragen, nicht geklärt.“

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach Becks Rückzug: „Damit sind die Probleme der Landesregierung nicht geklärt.“"

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  • Herr Beck erhält nun Pesnionen, von denen der Arbeitnehmer nicht einmal träumen kann. Und die 300 Mio. € muß der Steuerzahler auch noch tragen? So sehen "Konsequenzen" in der Politik aus? Soll man mit Beck Mitleid haben?

  • Habe ich auch dran gedacht, als ich die Meldung gelesen habe.
    Beck ist einer der mentalen Initiatoren von Zensur und Gleichschaltung des Internets mit dem Rundfunk.
    Was IT-Firmen hat in andere Länder abwandern lassen, und die Fachkräfte gleich mit. Und somit diesen Sektor der Wirtschaft quasi verkauft hat.

  • Beck sitzt doch weiterhin ZDF-Verwaltungsrat, da kann er weiter prassen uns Partys feiern.

    Der Topf füllt sich wie aus Zauberhand und man schaut nicht auf den Cent.

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