Nach Blackout
Politiker finden Stromkonzerne zu gierig

Die Stromkonzerne geraten unter Druck: Nach dem Stromausfall vom Wochenende haben Politiker und Energieexperten die großen Energiekonzerne in Deutschland heftig kritisiert. Sie werfen ihnen vor, trotz hoher Gewinne viel zu wenig in die Netze zu investieren.

HB BERLIN. Umweltminister Sigmar Gabriel machte die Konzerne für Kapazitätsengpässe verantwortlich und ließ Kritik anklingen, dass die Netzeigentümer zugleich die Stromerzeuger in Deutschland sind. Wie Wirtschaftsminister Michael Glos forderte der SPD-Politiker eine engere europäische Kooperation, ohne aber die Forderung von Italiens Regierungschef Romano Prodi nach einer europäischen Regulierungsbehörde zu übernehmen.

„Wir wissen ja seit geraumer Zeit, dass wir Engpässe im Stromnetz haben und die Versorger nicht ausreichend dafür gesorgt haben, dass die Netze ausgebaut werden“, sagte Gabriel dem NDR. Die Regierung habe alles getan, damit es zu diesen Investitionen komme. „Jetzt müssen die auch dafür sorgen, dass die Versprechen eingehalten werden“, sagte Gabriel. Auf europäischer Ebene sei eine bessere Abstimmung der Aufsichtsbehörden nötig. Er schränkte aber ein: „Ich glaube nicht, dass wir eine neue Behörde brauchen.“

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) warf den Konzernen schlechte Arbeit vor: Deutschland und Europa hätten Anspruch auf eine anständige Stromversorgung. Diesen Anspruch hätten die Energieversorger aber nicht erfüllt. Sie müssten nun ihre Verantwortung wahrnehmen.

Eine Störung im deutschen Stromnetz hatte in der Nacht zum Sonntag in weiten Teilen Westeuropas die Lichter ausgehen lassen. Der Eon-Konzern übernahm inzwischen die Verantwortung dafür. Wegen einer Schiffsüberführung in Niedersachsen sei eine Leitung über die Ems stillgelegt worden.

„Das war im Grunde genommen der Ursprung für diese Versorgungsstörung - dass wir dort eine Leitung außer Betrieb nehmen mussten und dass dort die Belastungen sich auf andere Leitungen verteilt haben, die später zu Überlastungen geführt haben“, sagte Eon-Energie-Vorstand Klaus-Dieter Maubach im ZDF.

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