Nach Camp-Räumung
Münchner Flüchtlinge klettern aus Bäumen herab

Am Mittwochabend hatte die Polizei ein Camp mit streikenden Flüchtlingen geräumt, dabei waren mehrere Menschen auf umliegende Bäume geklettert und hatten dort ausgeharrt. Nun gaben auch die letzten fünf Flüchtlinge auf.
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München Nach der Räumung ihres Camps sind die letzten fünf Flüchtlinge von zwei Bäumen in der Münchner Innenstadt heruntergeklettert. „Sie sind unversehrt“, sagte am Donnerstagmorgen eine Polizeisprecherin. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sei nun im Gespräch mit den Asylbewerbern, die für ein Bleiberecht in Deutschland und gegen die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften protestierten.

Das Camp hungerstreikender Flüchtlinge war am Mittwochabend mit einem Großaufgebot geräumt worden. Dabei seien die sechs Flüchtlinge auf die Bäume geklettert, hieß es. Das zuständige Kreisverwaltungsreferat ordnete den Einsatz laut Polizei an, da Ärzte bei den niedrigen Temperaturen eine Unterkühlung der Menschen befürchteten. Laut Polizei waren 500 Beamte im Einsatz. Die Gegend um das Lager wurde für den Verkehr gesperrt.

Die Flüchtlinge hatten ihren Hungerstreik vergangenen Samstag begonnen. Sie protestieren damit für ein Bleiberecht in Deutschland und gegen die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften. Am Mittwoch verschärften die Flüchtlinge ihren Protest und verzichteten nicht nur aufs Essen, sondern auch auf Getränke.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach Camp-Räumung: Münchner Flüchtlinge klettern aus Bäumen herab"

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  • Hoffentlich bringt man jetzt die Kriminelle in Luxushotels unter! Wer sorgt so für deutsche Obdachlose???

  • @Joerg Heidenreich

    Vielleicht waren die überreifen Früchte schon faul.

    Vielleicht liegt es an meiner Mutter, die vor den Russen vor der Vergewaltigung fliehen musste.
    Deshalb habe ich höchste Achtung vor jedem, der das Asylrecht braucht, wie Iraker und Syrierer. Wer hier aber die Gutmütigkeit des dummen Michel versucht auszunutzen, sollte endlich die Härte der Justiz merken.
    Man kann also als Grundversorgungsbezieher auf einen Baum klettern für mehr Geld und ein rechtlich nicht vorhandenes Bleiberecht. Sowas erzeugt bei mir nur Kopfschütteln.
    In Anbetracht der riesigen Mengen von Flüchtlingen gibt es erst einmal einen Engpass. Nur zu fordern löst aber das Problem nicht. Besser und glaubwürdiger wäre eine freiwillige Hilfe bei gemeinützigen Organisationen. Dafür gibts aber kein Geld.


    Schönen Abend noch.

  • Ich bin 1961 als politisch Verfolgter aus der DDR in die BRD geflüchtet.

    Selbstverständlich wurden wir zunächst in Sammelunterkünften untergebracht. In dieser Zeit flüchteten täglich rund 1.000 DDR-Bürger in die BRD.

    Wir waren den Westdeutschen dankbar, dass sie zusammenrückten, uns Unterschlupf gewährten, uns ernährten und kleideten.

    Wem das Warten auf geordnete Zustände nicht gefiel, der konnte einfach wieder zurückgehen. Der Weg war ja bekannt.

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