Nach CD-Kauf
Steuersünder spülen NRW Millionen in die Kassen

Die Landeskasse klingelt – und nicht nur die: Das Land NRW gab etwa zehn Millionen Euro für Steuer-CDs aus und hat damit das 67-Fache über Selbstanzeigen und Nachzahlungen eingenommen. Auch andere Länder profitierten.
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DüsseldorfDer Kauf von Datenträgern mit Informationen über deutsche Steuersünder in der Schweiz hat sich für Nordrhein-Westfalen als gutes Geschäft erwiesen. Der Ankauf von Steuer-CDs und Selbstanzeigen von Steuersündern haben nach Angaben des Finanzministeriums in Düsseldorf seit Frühjahr 2010 insgesamt mehr als 670 Millionen Euro gebracht. Davon entfielen allein rund 400 Millionen Euro auf mittlerweile rund 8000 Selbstanzeigen im Zusammenhang mit Geldanlagen in der Schweiz, teilte das Ministerium am Donnerstag mit.

Nach früheren Ministeriumsangaben hat das Land rund 10,3 Millionen Euro für die Datenträger bezahlt. Darauf fanden sich aber auch Daten von Steuersündern außerhalb des bevölkerungsreichsten Bundeslandes. Insgesamt hätten die Käufe dem Fiskus bundesweit Milliarden-Einnahmen gebracht, hatte das Ministerium bereits geschätzt.

Die CDs enthalten nach amtlichen Angaben Daten von 9357 deutschen Anlegern, 3088 davon stammen aus NRW. In dem Bundesland habe es zudem knapp 8000 Selbstanzeigen reuiger Steuersünder „mit Schweiz-Bezug“ gegeben. Allein hier liege das geschätzte steuerliche Mehrergebnis bei rund 400 Millionen Euro.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hatte der Steuerflucht den Kampf angesagt. Nordrhein-Westfalen hatte unter anderem CDs mit Daten von deutschen Kunden der Banken Julius Bär und Credit Suisse gekauft. Anfang dieser Woche hatte Rheinland-Pfalz bekanntgegeben, erstmals eine Steuerdaten-CD aus der Schweiz erworben zu haben. Ihre Auswertung könne dem Fiskus Schätzungen zufolge rund eine halbe Milliarde Euro einbringen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • So ist es.
    Als nächstes sind die großen Unternehmen an der Reihe. Es kann nicht sein, dass nahezu alle Steuereinnahmen aus der Einkommensteuer stammen.
    Steuergerechtigkeit ist ein hohes Gut. Deswegen stellen wir in Bayern demnächst einige hundert neue Finanzbeamte und Betriebsprüfer ein.

  • Fragen Sie einfach jemanden, der sich mit Recht auskennt. Alles andere ist nur Ihr Wunschdenken.

  • Jeden Cent den die Steuerverbrecher zahlen, brauchen die ehrlichen abhängig Beschäftigten nicht löhnen.

    HERVORRAGEND, Weiter so!!

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