Nach CSU-Attacken
Gabriel fordert Machtwort von Merkel

Sigmar Gabriel möchte den sozialdemokratischen Kandidaten für die Europawahl vor weiteren Attacken seitens der CSU schützen. Was die Union mache, sei eine böse Verunglimpfung, beschwerte sich der SPD-Chef.
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BerlinSPD-Chef Sigmar Gabriel fordert von Kanzlerin Angela Merkel ein Machtwort nach den CSU-Attacken gegen den sozialdemokratischen Europawahl-Spitzenkandidaten Martin Schulz. „Was die Union da veranstaltet, ist eine böse Verunglimpfung. Mir wäre lieb, dass die Spitzen der Union dafür sorgen, dass sich das nicht wiederholt“, sagte Gabriel am Montag in Berlin.

CSU-Spitzenkandidat Markus Ferber hatte Schulz am Wochenende scharf angegriffen und erklärt, wer sich für Eurobonds einsetzte, versündige sich an den Menschen in Europa. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sagte mit Blick auf Schulz: „Die Fassade und die Person stammen aus Deutschland, aber die Stimme und die Inhalte stammen aus den Schuldenländern.“

Gabriel kritisierte die Aussagen als „Ausfälle“ gegen die Person des Europaparlamentspräsidenten Schulz, der EU-Kommissionspräsident werden möchte. „Wir kennen das seit über 150 Jahren, das Konservative versuchen, wenn es für sie schwierig wird, Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten quasi als undeutsch (...) zu bezeichnen.“ Ihn erinnere dies an das, was Willy Brandt in den 60er und 70er Jahren habe erfahren müssen. Schulz sagte zu den Attacken: „Viel Feind, viel Ehr.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach CSU-Attacken: Gabriel fordert Machtwort von Merkel"

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  • Waaaas? Gabriel fordert Machtwort von Merkel???

    Sehr geehrter Herr Gabriel,

    diese Schlagzeile - so sie echt ist und nicht nur ne Zeitungsente - gibt mir sehr zu denken.

    FRAU MERKEL soll ein Machtwort sprechen?
    Ja sind SIE des Sprechens nicht mehr fähig?
    Ist Frau Merkel auch schon IHRE Mutti?

    Sie sind Chef der SPD.
    Nun ja, nicht mehr ganz so viele Stimmen bei der letzten Wahl, aber immer noch die zweitstärkste Partei.

    Sie sind Vizekanzler.
    Na ja, nicht Kanzler und damit nicht mit Richtlinienkompetenz gesegnet.
    Aber doch der zweite Mann in der Regierung.

    Sie haben sich ein bedeutendes Ministerressort ausgehandelt.

    Die CDU musste Kreide fressen weil sie ohne die SPD nicht regieren wollte.

    Sie gingen aus den GroKo-Verhandlungen wie Jungsiegfried mit stolzgeschwellter Brust.Haben es genossen, dass die Wahlgewinner zu Kreuze gekrochen sind.

    Also kurz: Sie sind doch was. Und Sie sind doch wer.

    WARUM SPRECHEN NICHT SIE EIN MACHTWORT???

    Oder hats ihnen schon nach einem halben Jahr die Sprache verschlagen??
    Als Führer der SPD sollten Sie eigentlich die Interessen ihrer Parteimitglieder und Ihrer Funktionsträger vertreten und durchkämpfen. Und nicht nach einem Machtwort von Mutti rufen.

    Das ! Herr Gabriel! Das ist ein Armutszeugnis.

    Aber Mutti wirds schon machen.




  • @Günther Schemutat
    "Die CSU versucht die "neue Rechte" in der Unionsfamilie zu sein und das bleibt es ..ein Versuch."

    Hallo Günther!
    Stimmt! Die CSU besetzt da ein bisserl den rechten Rand. Damit man sie überhaupt noch zur Kenntnis nimmt. Ansonsten wird doch alles und jedes Thema von Mutti sozialisiert. Das sind halt die bayrisch/fränkischen Eigenarten. Und darum hat die CSU ihren Gauweiler wieder aus dem Archiv rekrutiert damit er jetzt all diese schlimmen Thesen verkündet, die der AfD das Atribut "rechtspopulistisch" eingebracht haben.

    Das sind aber Themen, die vielen Deutschen am Herzen liegen oder Magengrimmen verursachen - was sowohl der CDU als auch der SPD sowas von egal ist.

    Leider ist das nur der Gauweiler! Den kann man dann nach der Wahl wieder demontieren.

    Aber ich glaube, der Gauweiler meint das wirklich ernst. Würde die CSU all diese Gauweiler-Thesen zum Wahlprogramm machen und bundesweit antreten, dann würde die CSU Muttis CDU überflügeln. Und dann bräuchte es auch keine AfD.

    Denn dann wäre die CSU die AfD.

    Aber leider ist das nicht so. Und darum denke ich, wird die AfD auf Dauer Erfolg haben.

    Ich mag den Gauweiler trotzdem.

  • @ Furfante
    "- warum will den die AfD keine Fraktion mit den Eurokritischen Parteien bilden ?"

    Ich gehe davon aus, dass nach der Europa-Wahl, wenn man die Kräfteverhältnisse kennt, auch bei der AfD bestimmt über Bündnisse und Fraktionen redet . . .und mit manchen anderen Parteien auch nur punktuell zusammen arbeitet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass deutsche Politiker den extrem rechtsnationalen Kurs in Ungarn gut heißen wollen. Auch ist die AfD deutlich FÜR Europa im Gegensatz zur englischen UKIP, die ja wieder einen Zaun um die Inseln machen wollen. Wenn die Chefs der AfD im Eu-Parlament irgendwas verändern oder bewirken wollen, werden sie sich Partner suchen und auch finden.

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