Nach Debakel
Beckstein poltert gegen Transrapid-Konzerne

Das Aus des Transrapid kam für manche Beteiligte offenbar überraschender als für andere. So schießt Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein nun scharf gegen die Führungsetagen der mit dem Projekt beschäftigten Unternehmen.

HB NÜRNBERG. Der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) hat nach dem Aus für die geplante Münchner Magnetschwebebahn scharfe Kritik an Managern der beteiligten Unternehmen geübt. Dass hoch bezahlte Vorstandschefs innerhalb von sechs Monaten frühere Kostenkalkulationen völlig über den Haufen werfen, habe ihn schwer enttäuscht, sagte Beckstein am Dienstagabend bei einer Veranstaltung im Nürnberger Presseclub. Noch vor genau sechs Monaten habe ihm etwa Siemens-Chef Peter Löscher versichert, der Kostenrahmen von rund 1,8 Mrd. Euro werde eingehalten.

Beckstein räumte ein, dass die bayerische Staatsregierung bislang noch keine Alternativplanung für eine bessere Verkehrsanbindung des Münchner Flughafens habe. Er warnte allerdings vor der Einschätzung, die von den Transrapid-Gegnern geforderte Schnell-S-Bahn zum Flughafen werde weitaus billiger sein als der Transrapid. „Allein die S-Bahn-Trasse wird teurer werden, weil wir für den Transrapid einen kürzeren Tunnel gebraucht hätten“, erläuterte Beckstein. Die Stadt München werde sich auf jeden Fall auf eine finanzielle Beteiligung in dreistelliger Millionenhöhe einrichten müssen.

Zugleich dementierte Beckstein Medienberichte von einem Zerwürfnis zwischen ihm und CSU-Chef Erwin Huber. „Aus meiner Sicht funktioniert das Tandem Beckstein-Huber gut“, unterstrich der Landeschef. „Allerdings kommen wir nicht gut in den Medien rüber. Auch geht es bei uns stürmisch zu“, räumte Beckstein ein. „Gerade beim Rauchverbot haben wir uns ziemlich blöd angestellt. Das war nicht der Weisheit letzter Schluss.“ Er selbst habe im Kabinett immer wieder klar gemacht, dass er ein solches Rauchverbot in bayerischen Gaststätten für schwer durchsetzbar halte.

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