Nach dem Parteitag
Union: Kandidaten-Debatte neu aufgeflammt

Das wollte man eigentlich verhindern: Nach dem CDU-Parteitag in Leipzig ist die Kanzlerkandidaten-Debatte in der Union neu aufgeflammt. Damit wurde alle Warnungen in den Wind geschrieben.

HB BERLIN. Nach Ansicht des Europaparlamentariers Elmar Brok (CDU) ist das Rennen nach den Parteitagsauftritten von CDU-Chefin Angela Merkel und dem CSU-Vorsitzenden Edmund Stoiber sogar schon fast entschieden. „Für 2006 läuft alles auf Angela Merkel als Nummer eins zu“, sagte er der in Bielefeld erscheinenden „Neuen Westfälischen“ (Mittwoch). Für Stoiber gelte, dass er der „ehemalige Kanzlerkandidat“ sei.

Für Niedersachsens Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) ist Merkel die „unbestrittene Chefin im Ring in der CDU und in der gemeinsamen Fraktion von CDU und CSU“. Er sagt der Zeitung „Die Welt“ (Mittwoch), sollte es zu einem vorzeitigen Ende der rot-grünen Koalition kommen, dann würde die Union „innerhalb weniger Tage“ eine Entscheidung über die Kanzlerkandidatur treffen. Dies stehe derzeit aber nicht auf der Tagesordnung.

Ähnlich argumentierte Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU). Er sagte dem Blatt, eine Entscheidung stehe derzeit nicht an. Die Ergebnisse der Herzog-Kommission und die Leipziger Beschlüsse zur Sozial- und Steuerpolitik hätten die CDU jedoch „in die Vorhand gebracht gegenüber der CSU, in der sehr viel konventioneller diskutiert wird“.

Der Chef der Mittelstandsvereinigung der CDU/CSU, Peter Rauen, sagte der Zeitung, Merkel gehe „unglaublich gestärkt“ aus dem Parteitag hervor. Die Stimmung habe demonstriert, dass Merkel „die Nr. 1 in der CDU ist“. Der CDU-Abgeordnete Thomas Rachel - Bundesvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises in der CDU/CSU - erklärte, Merkel habe „Führungsstärke bewiesen, ist unangefochten an der Fraktionsspitze und die Nummer 1 in der Union“.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) warnte indes vor einer verfrühten Diskussion. Der Parteitag habe Merkels Position zwar eindeutig gestärkt. Es sei klar, dass sie zu den Anwärtern der Union auf die Kanzlerkandidatur gehöre, sagte Teufel der Ulmer „Südwest Presse“ (Mittwoch). Doch solle man nie „den dritten Schritt vor dem ersten tun“.

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