Nach dem Pegida-Protest in Dresden: Asylbewerber dürfen nicht ins Hotel

Nach dem Pegida-Protest in Dresden
Asylbewerber dürfen nicht ins Hotel

Ein Dresdner Hotel sollte zum Asylbewerberheim werden, 94 Menschen sollten hier Platz finden. Doch dann bekam der Eigentümer Gewaltdrohungen und sein Hotel wurde beschmiert. Nun zieht er das Angebot zurück.
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DresdenDer Eigentümer eines Hotels in Dresden hat sein Angebot zurückgezogen, das Haus als Asylbewerberheim an die Stadt zu vermieten. Als Grund nannte er massiven Widerstand „aus der Bevölkerung und dem näheren Umfeld“, wie Sozialbürgermeister Martin Seidel am Dienstag mitteilte. Der Eigentümer soll in den sozialen Netzwerken bedroht worden und die Wände seines Hotels mit asylkritischen Sprüchen beschmiert worden sein.

In dem Hotel sollten 94 Asylbewerber einziehen, jetzt stehe die Stadt Dresden vor einer schwierigen Situation: „Kurzfristig realisierbare Alternativen gibt es nicht, auch wenn das von einzelnen Stadtratsfraktionen immer behauptet wurde“, sagt Seidel. In der sächsischen Landeshauptstadt leben derzeit 2093 Asylbewerber.

Die Debatte um Asylbewerberunterkünfte in Dresden beginnt, während die Pegida-Bewegung längst im Gange ist. Viel zu lange hatte das Rathaus das Thema nicht kommuniziert. „Wir haben Fehler gemacht“, räumte Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) ein.

Pegida-Organisator Lutz Bachmann spricht währenddessen von „Vollverpflegung“ der Asylbewerber, während Rentner sich bald keinen Stollen mehr leisten könnten, von „Zuständen“ in überforderten westdeutschen Großstädten, die man in Dresden verhindern wolle. Krimielle Asylbewerber und Wirtschaftsflüchtlinge gehörten sofort abgeschoben. Später kritisierte Bachmann eine „Friss-oder-stirb-Politik“ ohne Ängste der Bevölkerung zu respektieren“.

Laut „Spiegel Online“ kritisiert Jens Hoffsommer die Entscheidung des Hotel-Besitzers. „Es ist kein gutes Signal, dass verantwortungsvolle Bürger auf Grund von Druck und Angst ihre Unterstützung zurückziehen“, sagt der migrationspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Stadtrat. Gerade vor dem Hintergrund der Pegida-Bewegung müsse die Gesellschaft positive Zeichen für Weltoffenheit und Toleranz setzen. Die Stadt Dresden rechnet nach Informationen des Berichts damit, dass 2015 rund 1740 weitere Flüchtlinge dort Zuflucht suchen werden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • @Peter Hubich & Pom Murn-die von den vier Muttersprachenbilden wir als Lehrer aus. Sie leben schon jahrzehnt in Deutschland und koenntendas fut. Ihre Kuktur haben sie behalten und das bisschen deutsche Kuktur sollte kein Problem sein.(Kultur).

  • @Mark Hoffmann-gratuliere zu Ihrer Information.Es wird nicht mehr lange dauern und die Hoelle wird losbrechen.Warum brauchen die Deutschen so lange Zeit,eigentlich nun kurz, bis sie es begriffen haben?

  • doppelt genuegt nicht bis denen die Augen aufgehen.

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