Nach dem Skandal
Boetticher gibt auch Fraktionsvorsitz auf

Christian von Boetticher zieht sich immer weiter zurück: Nach dem Skandal um seine Beziehung zu einer 16-Jährigen ist er schon als Spitzenkandidat abgetreten, jetzt zieht er noch härtere Konsequenzen.
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KielChristian von Boetticher legt auch sein Amt als Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion in Kiel nieder. Dies gab der 40-Jährige am Montagabend bekannt. „Um weiteren Schaden von meinem Umfeld, von meiner Fraktion und von meiner Person abzuwenden, habe ich mich heute um 17.10 Uhr entschieden, auch als Vorsitzender der CDU-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag zurückzutreten“, heißt es in einer schriftlichen Erklärung des 40-Jährigen. Als mögliche Nachfolgekandidaten gelten die Fraktionsvizes Hans-Jörn Arp und Johannes Callsen sowie Finanzexperte Tobias Koch. Sein Landtagsmandat behalte er, gab Boetticher an.

Auslöser war eine Liebesbeziehung zu einer 16-Jährigen, die der 40-Jährige im vergangenen Jahr hatte. Boetticher war daraufhin am Sonntag unter Tränen von seinen Ämtern als CDU-Landesvorsitzender und Spitzenkandidat für die Landtagswahl zurückgetreten. „Ja, es ist wahr, ich hatte mich im Frühjahr 2010 in eine junge Frau verliebt und bin mit ihr mehrere Monate zusammen gewesen“, sagte der CDU-Politiker. Das Mädchen sei zu dem Zeitpunkt 16 Jahre alt gewesen. Er sprach von einer „ungewöhnlichen Liebe“, die auch vom Umfeld akzeptiert worden sei.

Wie Bild am Sonntag berichtete, habe der Spitzenpolitiker das Mädchen Anfang 2010 über Facebook kennengelernt. Der damals 39-Jährige habe mit der 16-Jährigen aus Nordrhein-Westfalen zunächst Mails ausgetauscht. Man sei sich sympathisch gewesen und kam sich näher. Nach einem ersten persönlichen Treffen habe es weitere Verabredungen gegeben, bei ihr und bei ihm daheim in Pinneberg, berichtete das Springer-Blatt.

Rechtlich ist eine intime Beziehung zu einer 16-Jährigen zulässig. Ministerpräsident Carstensen hatte von Boetticher aber darauf hingewiesen, der Vorgang habe „mehr als eine nur rechtliche Dimension“. Der geschäftsführende Landesvorstand der Nord-CDU nahm die Rücktrittsentscheidung in einer Erklärung „mit Respekt zur Kenntnis“. Von Boetticher habe „deutlich gemacht, dass er die moralische Komponente falsch eingeschätzt hat“.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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